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Kowalskys Crashtest: Wasserwerfer

Kowalskys Crashtest: Wasserwerfer
Voll­automatisierter Wischmob: Der iRobot putzt Schmutz halbwegs sauber auf.Felice Bruno

Der iRobot Braava Jet 240 wischt Küche und Bäder. Zum Putzfrauenschreck fehlt ihm jedoch die Power.

Von Marc Kowalsky
28.03.2017, Aktualisiert am 31.03.2017

Unsere Putzfrau kommt ­einmal die Woche. Danach ist die Wohnung blitzblank. Für das, was zwischendurch an Schmutz anfällt, schicken wir ab und zu einen Staubsaugerroboter über das Parkett. Küche und Bäder haben davon freilich nichts. Sie müssen warten bis zur nächsten manuellen Fussbodenmassage.

Der US-Konzern iRobot will das ändern. Mit dem Braava Jet 240 hat er einen voll­automatisierten Wischmob für Nasszonen lanciert. Das Gerät ist quadratisch und 
mit 18 Zentimeter Kantenlänge deutlich kleiner als ein typischer Putzroboter. So kommt es auch in engen Räumen in die Ecken und um Lavabo und Toilette herum. Es funktioniert auf allen Hartböden; ­Teppiche oder Fussmatten werden automatisch erkannt und in Frieden gelassen.

Drei Reinigungsmodi kennt der Braava Jet: ­trocken, feucht oder nass. Für die beiden letztgenannten Modi müssen Sie den Roboter unter dem Wasserhahn füllen, da der Tank nicht abnehmbar ist – unpraktisch, zumal das Einfüllloch klein ist. Im Betrieb spritzt der Braava dann vor dem Wischen den Boden an. Dieser Wasserwerfer ist auch fast das Einzige, was man vom Braava Jet hört – kein Vergleich mit lärmigen Staubsaugerrobotern.

Typisches Rasierklingenmodell

Für jeden der drei Modi gibt es parfümierte Reinigungs­tücher, die Sie unter dem Gerät montieren. Eines reicht für etwa 18 Quadratmeter Sauberkeit und kostet einen Franken. Hier rela­tiviert sich der günstige Anschaffungspreis des Gerätes – es ist das typische Rasierklingenmodell, wo der Hersteller den Gewinn nicht mit dem Produkt macht, sondern mit dem Verbrauchsmaterial.

Dank eingebauter Sensoren soll der ­motorisierte Wischmob Hindernisse erkennen und ihnen ausweichen. Bei mir hat das nicht funktioniert. Fröhlich rammte der Roboter in unserem Wintergarten Stuhlbeine und Blumenvasen auf dem ­Boden. Weil das Gerät klein und leicht ist, hält sich das Schadenpotenzial jedoch in Grenzen. Wollen Sie ganze Bereiche eines Raumes sperren, reicht ein Druck auf den einzigen Knopf. Eine Ladestation gibt es nicht, stattdessen müssen Sie den Akku zum Aufladen entnehmen. Auch eine Zeitschaltuhr zum Programmieren der Putzeinsätze fehlt.

Hauptproblem ist jedoch die Reinigungsleistung. Zwar putzt der Braava Jet Schmutz und Staubfusseln halbwegs sauber auf, manches bleibt aber angefeuchtet liegen. Und um echte Flecken zu entfernen, fehlt dem Gerät die Kraft – einfach mal kurz drüberwischen reicht halt häufig nicht.

Fazit: Der Braava Jet ist ein nettes Spielzeug mit überschaubarem Nutzwert, aber hohen Unterhaltskosten. Immerhin taugt er als ungewöhnliches Geschenk für jene, die sonst schon alles haben.

iRobot 
Braava Jet 240
Info: www.irobot.ch
Preis: 239 Franken bei galaxus.ch


Bewertung:★★

 Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: 
Seit 30 Jahren fühlt er den neusten 
IT-Produkten auf den Zahn.

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