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Kowalskys Crashtest: Too big to fail

Kowalskys Crashtest: Too big to fail
Das iPad Pro im Crashtest.  Keystone

Beim iPad Pro von Apple ist alles ein bisschen grösser: der Bildschirm, die Auflösung, die Rechenleistung und auch der Preis.

Von Marc Kowalsky
2015-12-08

Fragt man zehn beliebige Menschen nach der innovativsten Firma des noch jungen Jahrtausends, es käme wohl in acht Fällen die gleiche Antwort: Apple. Das ist faszinierend. Denn aus ­Cupertino kommen kaum wirkliche Neuerfindungen. Vielmehr entwickelt Apple bestehende Produkt­kategorien weiter und bringt sie zum Erfolg. Das gilt für Musikplayer, Smartphones und Tablets ebenso wie für Uhren (wobei sich der Erfolg da erst noch zeigen muss). Fair enough, man muss ja nicht jeden Fehler der Welt selber machen.

Jüngstes Beispiel ist das Riesen-Tablet iPad Pro, welches das Notebook ersetzen soll. Micro­soft versucht mit den Surface-Geräten seit drei Jahren das Gleiche, mit bisher überschaubarem Erfolg.

Beeindruckender Screen

Der Screen des iPad Pro beeindruckt auf den ersten Blick: Mit 12,9 Zoll ist er grösser als manches Notebook und bietet stolze 2732 mal 2048 Pixel Auflösung. Viele Apps unterstützen diese noch nicht, sondern werden einfach hochskaliert, aber das ist eine Frage der Zeit. Dass auf den Homescreens trotzdem nur 20 Apps pro Seite angezeigt werden, ist jedoch eine absurde Platzverschwendung. Anyway, Filme schauen und Gamen macht auf dem Bildschirm echt Spass – auch weil das Gerät endlich brauchbaren Stereosound aus vier Lautsprechern liefert.

Auch die Arbeitsproduktivität steigt mit der hohen Auflösung, zumal die neue Fähigkeit des Betriebssystems, zwei Apps gleichzeitig einzublenden, hier wirklich Sinn macht. Schade nur, dass das eben auf zwei Apps beschränkt ist. Und 3D Touch, wie man es vom iPhone 6s kennt, fehlt. Rechenpower hat das iPad Pro mehr als genug und mehr als die meisten Notebooks; der Akku bringt einen gut durch den Tag. Bleibt die Frage der Tragbarkeit: Mit 723 Gramm wiegt das Gerät fast zwei Drittel mehr als das aktuelle iPad. Das scheint viel, ist aber nicht mehr, als das erste iPad wog.

Pencil ohne Aufbewahrungsvorrichtung

Erstmals verkauft Apple auch einen digitalen Stift fürs Tablet. Der Pencil ist besonders für Zeichner interessant. Er erkennt Druck und Neigung sehr schnell und damit präzis. Liegt gleichzeitig der Handballen auf dem Gerät, wird das zuverlässig ignoriert. Leider gibt es im oder am iPad keine Aufbewahrungsvorrichtung. Der Stift ist dann garantiert im anderen Jackett, wenn Sie ihn brauchen – oder ganz verloren.

Fazit: Das Gerät hat fast alles, was man sich von einem Tablet wünscht, und das im Übermass. Den Laptop ersetzt es nicht, weil man dort weiterhin mehr Freiheiten hat. Aber mit dem iPad Pro kommt man dem ein ganzes Stück näher. Nur der Apple-typische Mondpreis verhindert den fünften Stern.

Apple iPad Pro 128 GB Wi-Fi + Cellular
Info: www.apple.com
Preis: 1229 Franken, Pencil: 109 Franken

Bewertung: ★★★★

Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

 

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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