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Kowalskys Crashtest: Rechenzentrum

Kowalskys Crashtest: Rechenzentrum
Sony ZD9: Eine Investition in die Zukunft, wenn 4K und HDR Standard sind. PR

Sonys neues Flaggschiff ZD9 nutzt massive Computerpower, um das 
Bild schönzurechnen. Leider ist es seiner Zeit voraus.

Von Marc Kowalsky
2016-11-01

Wo befindet sich Ihr leistungs­fähigster Computer? Unter Ihrem Schreibtisch? Im Autopiloten Ihres Tesla? In der ­Gamekonsole ihres Sohnes?

Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass er sich in Ihrem Fernseher befindet, sofern dieser neueren ­Datums ist. Denn für die Bildqualität ist längst nicht mehr nur das Display entscheidend. Wichtiger sind ­inzwischen die Software, die das Bild schönrechnet, und die dazu notwendige Computerpower. Sony hat diesen Weg konsequent beschritten und für TV-­Geräte spezielle Hochleistungs-Chips entwickelt. Der mächtigste davon, mit zwei integrierten Bilddatenbanken gepimpt und marketingoptimiert «X1 Extreme» getauft, steckt in Sonys Flaggschiff, dem ZD9.

Mehr Kontrast, mehr Farbe, mehr Details

Der ZD9 unterstützt 4K-Auflösung sowie das neue Format High Dynamic Range (HDR). Dieses bietet mehr Kontrast und Farbe und zeigt mehr Details. Es gibt aber noch kaum Inhalte, die 4K und HDR unterstützen. Der Sony rechnet daher normale Bilder in die neuen Formate um. Genau dafür braucht er die enorme Rechenleistung. Dieses Hochskalieren gelingt dem Computer, pardon: dem TV sehr gut. Er holt viel Schärfe heraus, ohne künstlich zu wirken, sogar bei Inhalten in der alten SD-Auflösung.

Und richtig beeindruckend ist das Bild bei den wenigen nativen Inhalten in 4K und HDR, etwa der Serie «Marco Polo» auf Netflix. Wo andere Fernseher nur 50 Shades of Grey zeigen, ist Schwarz beim Sony wirklich pechschwarz, und der Kontrast ist so extrem, dass die weissen Untertitel darauf fast schon blenden.

Nicht ganz trivial

Die Installation des auf Android 6.0 basierenden Gerätes ist soft- wie hardwaremässig nicht ganz trivial, die Bedienung dafür logisch und flüssig. Der Sound klingt ordentlich, aber natürlich kommt kein Heimkinofeeling auf bei den kleinen Lautsprechern. Weniger glücklich wurde ich mit der Fernbedienung. Zwar wirkt sie mit ihrem gebürsteten Alu recht edel, aber die Tasten sind zu eng beisammen, geben kaum haptisches Feedback und sind auch nicht beleuchtet.

Das Gerät gibt es auch in einer 75-Zoll-Variante (7999 Franken) und – auf Bestellung – in einer gigantischen 100-Zoll-Version für schlappe 70'000 Franken. Ein Schweizer Kunde soll gleich vier Stück davon geordert haben. Ich wars nicht.

Fazit: Der ZD9 bietet ein hervorragendes Bild und tolle technische Daten. Angesichts des Preises ist er eine Investition in die Zukunft, wenn 4K und HDR Standard sind. Wer nicht sowieso einen neuen TV braucht, für den lohnt der Umstieg noch nicht.

Sony ZD9 (65”)


Info
: www.sony.ch


Preis
: 4999 Franken

Bewertung: 
★★★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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