1. Home
  2. Lifestyle
  3. Gadgets
  4. Kowalskys Crashtest: Held in der Hosentasche

Multimedia 
Kowalskys Crashtest: Held in der Hosentasche

Kowalskys Crashtest: Held in der Hosentasche
Sonys RX100 V: Technik vom Feinsten mit kleinen Schwächen. Illustration: Felice Bruno

Sonys RX100 V verspricht trotz Miniaturformat die 
Leistung einer ausgewachsenen Spiegelreflexkamera.

Von Marc Kowalsky
2017-01-24

Ich bin kein Freund von grossen ­Kameraausrüstungen. Meine Fototasche mit Systemkamera, drei Objektiven und Zubehör schleppe ich nur auf grössere Urlaubsreisen mit. Für alles andere muss es das Smartphone tun. Was ein bisschen schade ist, denn allen Anstrengungen und Werbesprüchen der Hersteller zum Trotz ist die Bildqualität noch immer nicht vergleichbar.

Sony verspricht einen gehörigen Schritt vorwärts mit der RX100 V (das V steht für die inzwischen fünfte Version dieser Kompaktkamera). Sie verfügt über einen Bild­sensor von einem Zoll Grösse und mit 20 Megapixel Auflösung, also ähnlich viel wie ausgewachsene Spiegelreflex- oder Systemkameras. Und sie ist mit einem lichtstarken Objektiv (f/1,8–2,8) ausgestattet.

Der Zoom (24–70 mm) könnte grösser sein, aber ich habe noch nie eine Kamera in den Fingern gehabt, die so gut mit schwierigen Lichtverhältnissen zurechtkam. Ob abends auf dem Weihnachtsmarkt, bei Dämmerung am Flussufer oder in schummrigen Räumen – die Resultate überzeugen, Verwackler sind selten. Woran auch der optische Bildstabilisator seinen Anteil hat. Da lässt es sich verschmerzen, dass der Aufklappblitz nicht der hellste ist. Auch sonst sind Farben, Kontrast und Bildschärfe ­beeindruckend. Die gängigen Motivprogramme sind an Bord, aber Sie können alle Parameter auch von Hand verändern.

24 Bilder pro Sekunde

Bei der Entwicklung der Serienbildfunktion stand wohl ein Maschinengewehr Pate: Volle 24 Bilder pro Sekunde schiesst die Sony – auch das habe ich noch nicht erlebt. Der Autofokus hält dabei mit. Allerdings kommt selbst die schnellste Speicherkarte nach ein paar Sekunden nicht mehr mit dem Schreiben dieser gewaltigen Datenmengen nach. Dass die Kamera sich in dieser Zeit nicht mehr bedienen lässt, ist ein Ärgernis.

Ebenfalls schwach: Die Batterie reicht nur für rund 220 Bilder. Ohne Ersatzakku würde ich nicht auf Fotopirsch gehen. Schade auch, dass das drei Zoll grosse Display kein Touchscreen ist – so erfolgt die Bedienung über die sehr kleinen Knöpfe und verschachtelten Menus. Beeindruckend sind dafür die Videomöglichkeiten, etwa 4K-Aufzeichnungen und eine Superzeitlupe mit Verzögerungsfaktor 40. Weitere Funktionen wie Fernauslöser oder Timelapse können Sie in der App freischalten.

Bleibt noch die Verpackung: Das Gehäuse ist mit 300 Gramm kein Leichtgewicht, aber edel verarbeitet. Leider ist es nicht wetterfest. Das Wichtigste aber: Es passt in die Hosentasche.

Fazit: Technik vom Feinsten auf engstem Raum – die RX100 V ist trotz kleinen Schwächen und hohem Preis eine tolle Zweit- oder Schnappschusskamera.

Sony RX100 V
Info: www.sony.ch
Preis: 1300 Franken


Bewertung:
 ★★★★

 Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky ist ein Early Digital Immigrant: 
Seit über 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

Anzeige