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Kowalskys Crashtest: Drück mich!

Kowalskys Crashtest: Drück mich!
Das iPhone 6s Plus im Crashtest.

Jedes Gerät besser als der Vorgänger – das wird auch für Apple schwieriger. Das iPhone 6s Plus bietet Detailverbesserungen und eine echte Innovation.

Von Marc Kowalsky
2015-10-27

Das iPhone ist für Apple Segen und Fluch zugleich. Segen, weil es inzwischen für fast zwei Drittel des Konzernumsatzes und für Rekordgewinne sorgt – stolze 92 Prozent aller in der Industrie erzielten Profite sackt Apple ein. Fluch, weil der Konzern damit ­einem enormen Klumpenrisiko ausgesetzt ist. Um die ­jeweils aktuellsten Geräte abzusetzen, muss Apple-Chef Tim Cook mit jeder Geräte­generation immer wieder ­Innovationen zeigen.

Oder wenigstens so tun, als ob. «Die einzige Sache, die sich geändert hat, ist alles», mit diesen gewohnt ­markigen Worten bewirbt Apple das neue iPhone. Das ist, mit Verlaub, natürlich Bullshit: Das 6s Plus ist noch immer Version 6 des Smartphones; das «s» steht ebenso inoffiziell wie traditionell für «sanft ­erneuert».

Fremdkörper Kamera

Das Gehäuse des neuen iPhones ist in jede Dimen­sion um einen Millimeter gewachsen, aber noch immer schaut auf der Rückseite die Kamera heraus wie ein ­Furunkel. Das Gehäuse soll dank einer neuen ­Legierung verwindungssteifer sein als bisher, was dringend nötig ist: Bei mir haben sich gleich zwei Testgeräte des Vorgängers im Alltagsgebrauch sichtbar verbogen. Neu bringt das Gerät aber nun auch mas­sige 192 Gramm auf die Waage.

Die wichtigste Neuerung steckt im Touchscreen, der nun zwischen leichtem und festem Drücken unter­scheidet. Ein leichtes Tippen auf einen Link in einer ­E-Mail zeigt etwa eine Vorschau der Website an. Ein kräftiger Druck auf den Home Screen ­öffnet ein Kontextmenu, ähnlich der rechten Maustaste am PC. ­Beides wird, sobald dies genug Apps unterstützen, die Bedienung deutlich effizienter ­machen.

Verbesserungspotenzial bleibt

Der Rest sind Detailverbesserungen: Der Fingerabdrucksensor reagiert nun spürbar schneller und zuverlässiger, die Auflösung der Kamera wurde von acht auf zwölf Megapixel erhöht, Videos kann man sogar in 4K aufnehmen. Und ­endlich gibt es auch einen Stromspar­modus, wenn die Batterie schwach wird.

Die ­alten Schwachpunkte aber bleiben: Der Lautsprecher ist immer noch mono, der ­Displayrand weiterhin sehr breit, der Akku traditionell nicht austauschbar, die 16 Gigabyte Speicher beim Einstiegsmodell nun erst recht viel zu knapp. Aber Tim Cook muss ja auch nächstes Jahr ein paar Innovationen präsentieren können.

Fazit: Die neue s-Klasse ist eine gelungene Weiterentwicklung. Wer ein iPhone 5s oder 6 besitzt, für den drängt sich ein Umstieg aber nicht auf. Und Samsung, Sony oder LG bieten im Android-Markt Vergleichbares für deutlich weniger Geld.

Apple iPhone 6s Plus (128 GB)
Info: www.apple.ch
Erhältlich: im Fachhandel, in Apple-Shops oder unter www.apple.ch
Preis: Fr. 1119.-

Bewertung: ★★★

Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky, stellvertretender Chefredaktor und IT-Spezialist, wirft einen kritischen Blick auf neue Gadgets.

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