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Kowalskys Crashtest: Das Baukasten-Tablet

Kowalskys Crashtest: Das Baukasten-Tablet
Lenova ThinkPad Tablet X1: Zusatzmodule bieten Mehrwert.  PR

Das X1 von Lenovo läst sich Stück für Stück ausbauen 
zu einem fast vollwertigen Notebook-Ersatz. Von einem Extra kann Apple noch was lernen.

Von Marc Kowalsky
2016-10-04

Es ist ein altes Gesetz im Computing, auch wenn es anders als jenes von Moore oder das von Wirth noch keinen Namen hat: Tragbarkeit geht immer auf Kosten der Erweiterbarkeit. Einen PC können Sie beliebig mit neuen Komponenten aufrüsten, mitnehmen zum Arbeiten können Sie ihn nicht. Ein Notebook ist mobil, aber nur in engen Grenzen erweiterbar. Und beim Tablet können Sie gar nichts ändern.

Dieses Gesetz zu brechen, versucht nun Lenovo mit dem ThinkPad X1. Es ist ein Tablet, das sich per Tastatur zum Notebook verwandeln lässt (das können viele Tablets) und durch Zusatzmodule um neue Funktionalitäten erweitert wird (das kann meines Wissens kein anderes Tablet).

Akku nicht ganz wie versprochen

Das X1 ist angenehm dünn (8,5 Millimeter) und leicht (750 Gramm). Der Zwölf-Zoll-Touchscreen ist ordentlich scharf und hell, neigt aber zum Spiegeln und konserviert Fingerabdrücke. Die Stereolautsprecher liefern erstaunlich guten Sound für so ein dünnes Gerät. Zwei USB-Ports, ein Minidisplay-Port und ein Speicherkartenslot stellen die Verbindung nach aussen sicher.

Eher durchschnittlich, aber für Office-Anwendungen absolut ausreichend sind Prozessor, Arbeitsspeicher (8 GB) und SSD (256 GB). Mangels Lüfter arbeitet das X1 geräuschlos, wird aber unter Volllast recht heiss. Der Akku hält offiziell zehn Stunden, de facto schafft er es kaum durch den ­Arbeitstag.

Tastatur und Stift überzeugen

Hier kommen die Erweiterungsmodule ins Spiel. Ist das Produktivitätsmodul angedockt, steigt die ­Akkukapazität um 50 Prozent, zudem kommen neue Schnittstellen hinzu. Das Präsentationsmodul erweitert den X1 um einen Mini-Beamer mit 854×480 Pixel Auflösung und – wie immer bei solchen Projektoren – eher bescheidener Lichtstärke. Dank eigener Batterie belastet er im Betrieb das Tablet nicht. Ein angekündigtes 3-D-Scanner-Modul hat Lenovo wieder abgekündigt, weitere Module sind nicht geplant – schade.

Hervorragend gefallen hat mir die mitgelieferte Tastatur inklusiv Trackpad und Trackpoint als Mausersatz: Sie ist sehr leicht (300 Gramm) und dünn, hat daher wenig Tastenhub, aber dennoch einen klaren Druckpunkt. Auch ein Digi-Stift wird mitgeliefert (unverständlicherweise allerdings nicht die dafür nötige Spezialbatterie). Er lässt sich am Gerät befestigen, damit man ihn auch dabeihat, wenn man ihn braucht. Da kann Apple noch was lernen.

Fazit: Das X1-Tablet ist ein teurer, dafür annähernd vollwertiger Notebook-Ersatz. Die Erweiterungs­module sind eine echte USP – schade nur, dass ­Lenovo nicht mehr daraus macht.

Lenovo ThinkPad Tablet X1
Info: www.lenovo.com/ch/de/
Preis: 1781.10 Franken, Produktivitäts­modul: 187.92 Franken, Präsentations­modul: 468.72 Franken

Bewertung: ★★★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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