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Kowalskys Crash Test: Pimp My Smartphone

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Die Aufsteckkamera DxO One im Crash Test.  Gerry Nitsch

Die Aufsteckkamera DxO One verspricht, Ihr iPhone auf das Niveau einer Spiegelreflexkamera anzuheben.

Von Marc Kowalsky
2015-10-13

Das erste Kamerahandy kam 2002 in ­Europa auf den Markt. Das Nokia 7650 hatte eine Auflösung von 0,3 Megapixeln, keinen Blitz oder Zoom, die Fotos rauschten stark. Ich erinnere mich noch, wie der damalige Nokia-Chef Jorma Ollila bei der Präsentation sagte, bald werde die ganze Welt mit Handys fotografieren. Ich hielt ihn für nicht ganz dicht.

Seither ist der Kameramarkt kollabiert. Jedes durchschnittliche Smartphone liefert heutzutage eine mindestens semiprofessionelle Bildqualität. Doch da geht noch mehr.

Unbekannter Hersteller überall drin

Die DxO One ist eine Aufsteckkamera, die Ihrem iPhone zu Spiegelreflexqualität verhelfen soll. DxO? Der französische Hersteller sagt Ihnen möglicherweise nichts, aber seine Software zur Bildkorrektur steckt in weltweit 300 Millionen Kameras und Smartphones.

Die One ist wunderbar klein und passt in jede Hemd- oder Hosentasche. Sie verfügt über einen Bildsensor von einem Zoll Grösse – zweieinhalb mal so viel wie beim Fotochip des iPhones. Dazu kommt ein sehr lichtstarkes Objektiv (Anfangsblende f/1.8) mit 32 Millimeter Brennweite. Die Auflösung beträgt 20,2 Megapixel – damit kann man was anfangen. Zoom und Serienfeuer fehlen.

Das Gerät wird am Lightning Port des iPhones angesteckt und lässt sich dort um 60 Grad in jede Richtung drehen – sehr praktisch, um den Aufnahmewinkel zu variieren. Allerdings braucht es immer ein paar Sekunden, bis die One ins Handy gesteckt, dieses entsperrt und die DxO-eigene App aufgestartet ist – zu viel für Schnappschüsse. Auch der Autofokus pumpt manchmal zu lange.

Bilder wissen zu überzeugen, anderes weniger

Die üblichen Parameter von Blende bis Belichtungszeit (maximal 15 Sekunden!) können Sie manuell einstellen, hinzu kommen – nur – vier Motivprogramme. Bilder werden im RAW-Modus auf einer SD-Karte abgelegt und lassen sich so professionell weiterverarbeiten; zudem wandert eine JPEG-Kopie in den Bildspeicher des iPhones, was etwa das Mailen oder das Teilen auf Social Media sehr vereinfacht.

Das Ergebnis überzeugt: Die Bilder sind detailreich, farbtreu und rauscharm. Enttäuschend ist die ­Video-Auflösung: Nur HD, kein 4K – da kann das neue iPhone 6S mehr. Die Batterie ist nicht austauschbar und war bei mir schon nach gut 100 Fotos platt. Die Firmware ist nicht ganz ausgereift, bisweilen stürzt die Kamera ab und muss dann mit einer Büroklammer zurück­gesetzt werden. Eine Android-Version der DxO One gibt es übrigens nicht.

Fazit: Ja, der Unterschied in der Bild­qualität ist augenfällig. Aber die DxO One hat mir zu viele Schwächen. Und für weniger Geld bekommt man auch Kompaktkameras wie die Sony RX100 III oder die Canon G7C, die kaum grösser sind, aber praktischer – und deutlich mehr können.

DxO One
Infos: www.dxo.com
Erhältlich: im Fachhandel
Preis: Fr. 659.90

Bewertung: ★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

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