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Kowalskys Crash Test: Fast wie in echt

Kowalskys Crash Test: Samsung Gear VR
Die Samsung Gear VR im Crash Test.

Die virtuelle Realität ist da: Mit der Gear VR bringt Samsung die erste Datenbrille auf den Markt. Ein echtes Aha-Erlebnis.

Von Marc Kowalsky
2015-06-23

Seit der australische Sciencefiction-­Autor Damien Broderick 1982 den Begriff der virtuellen Realität prägte, träumen Technikfreaks davon, per Computer in künstliche Welten eintauchen zu können. 33 Jahre später, so scheint es, ist die vir­tuelle Realität (VR) nun tatsächlich ­Realität: In letzter Zeit ist ein regelrechter Hype um das Thema entstanden – hauptsächlich wegen des Start-ups Oculus, das inzwischen von Facebook geschluckt wurde.

Als Erster mit einer Datenbrille auf dem Markt ist nun Samsung, deren Gear VR auf der Technologie von Oculus basiert. Digitec.ch vertreibt sie derzeit exklusiv in der Schweiz. Zusätzlich braucht es ein Galaxy-S6- oder -S6-Edge-Handy, das, vor das Gerät geschnallt, als Bildschirm dient und auf dem die VR-Programme laufen. Die erhältlichen Apps fallen grossteils in die Kategorien Spiele oder virtuelle Rundgänge – und erfordern viel Speicherplatz und lange Ladezeiten. Zusätzlich empfiehlt sich ein Drehstuhl: Der Screen erlaubt nur einen Blickwinkel von 90 Grad. Erst wenn man den Kopf dreht und neigt, erlebt man das 360-Grad-Panorama.

Für Dickköpfe zu eng

Die Datenbrille ist mühsam aufzusetzen und für einen Dickkopf wie mich zu eng. Mit 420 Gramm wiegt sie zu viel, und bald fängt man an zu schwitzen. Aber all das ist vergessen, wenn man ­eintaucht in die virtuelle Welt: Das ­Erlebnis ist mit Arbeiten oder Spielen am PC nicht zu vergleichen – sondern deutlich intensiver, packender, realistischer. ­Mittendrin statt nur dabei. Wie glaubhaft die simulierte Realität ist, hängt von der Qualität der Aufnahmen bzw. des Grafik-Renderings ab. Manche Spiele sind ­grossartig, manche Demovideos irgendwo zwischen mäs­sig und saumässig. Auf alle Fälle empfehlen sich Kopfhörer, damit der Sound nicht immer von rechts oben kommt, wo sich der Handylaut­sprecher befindet.

Ein Hauptproblem bisheriger VR-­Prototypen bekommt aber auch Samsung nicht in den Griff: Weil die Bildwelt nicht immer perfekt mit der Kopfbewegung synchronisiert wird, fühlt sich das vegetative Nervensystem bald überfordert. Die Folge: Mit der Zeit stellt sich bei manchen Nutzern leichte Übelkeit ein – bei mir je nach App manchmal bereits nach einer Viertelstunde. Und immer mal wieder drückt die tatsächliche Welt durch: etwa in Form von eingehenden Anrufen oder E-Mails. Oder wenn das Handy im VR-Betrieb überhitzt und zum Abkühlen aus der Brille genommen werden muss. Aber das sind Kinderkrankheiten.

Fazit: Nicht zum ersten Mal lanciert Samsung ein Gerät, bevor es reif ist für den Massenmarkt. So ist auch an der Gear VR einiges noch nicht perfekt. Aber das Erlebnis ist beein­druckend: Virtual Reality gehört die ­Zukunft. Das Gerät liefert Early Adopters einen tollen Vorgeschmack.

Samsung Gear VR
Infos: www.samsung.com/ch/microsite/gearvr
Erhältlich bei: www.digitec.ch
Preis: Fr. 219.– (ohne Smartphone)

Bewertung: ★★★★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

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