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Kowalskys Crash Test: Durchblick im Skizirkus

Kowalskys Crash Test: Durchblick im Skizirkus
Die Oakley Airwave 1.5 Snow im Crash Test.

Das Navigationssystem in der Skibrille ist faszinierend, aber hat sich bisher nicht durchgesetzt. Jetzt startet Oakley einen neuen Versuch.

Von Marc Kowalsky
2015-02-03

«In ein paar Jahren wird Ähnliches Teil jeder besseren Skiausrüstung sein. Da gehe ich eine Wette ein.» Das schrieb ich vor drei Jahren an dieser Stelle über den Recon MOD Live – einen GPS-Einsatz für Skibrillen –, den ich damals trotz kleiner Schwächen mit der Bestnote belohnte. Nun, ich gebe zu: Diese Wette habe ich verloren. Smarte Skibrillen sieht man heute auf den Pisten noch immer so selten wie einen Weltcupfahrer beim Einkehrschwung.

Nun nimmt Oakley einen neuen Anlauf. Die Airwave 1.5 Snow hat die – inzwischen weiterentwickelte – Elektronik von Recon gleich eingebaut: Unten rechts im Rahmen steckt ein winziges Farbdisplay, das direkt vor den Augen etwa so gross wirkt wie ein Laptop-Monitor. GPS-Empfänger, Bluetooth, Wi-Fi und eine Fernbedienung komplettieren das System. Die Erstinstallation ist ein schreckliches Gefummel und dauert gefühlt so lang wie die Talabfahrt vom Kleinmatterhorn. Die Brille ist hochwertig verarbeitet, durch die Elektronik aber relativ schwer und nur mässig bequem: Wegen der ungleichmässigen Gewichtsverteilung drückte sie mir unangenehm auf den rechten Nasenflügel.

Es dauert ein Weilchen, bis sich das GPS zurechtgefunden hat; dann aber zeigt es Pisten, Lifte, Restaurants und Freunde mit dem Airwave-System – zwar alles in sehr simpler Vektorgrafik, aber praktisch. Ebenfalls hilfreich sind die Anzeigen von aktueller Geschwindigkeit, Höhe und zurückgelegter Distanz. Gut gelöst ist die Bedienung über ein Steuerkreuz, auch wenn das Fixierungsband am Arm nicht wirklich vertrauensein­flössend ist. Auch die Actioncam auf dem Helm kann man via Skibrille auslösen und die Bilder gleich auf Instagram posten. Nicht funktioniert haben bei mir die Facebook-Anbindung sowie die Anzeige eingehender Nachrichten – warum auch immer. Dafür lassen sich via Steuerkreuz Anrufe beantworten und die Musikwiedergabe des Handys steuern.

Natürlich können Sie am Ende des Skitages Ihre Heldentaten am PC oder auf einer App nachvollziehen und nach allen Regeln der Kunst auswerten – auch wenn die Brille bei mir manchmal kurios-falsche Routen aufzeichnete. Ein Schwachpunkt ist die Batterie: Fünf bis sechs Stunden Lebensdauer ist zu wenig für einen anspruchsvollen Skitag; zudem zeigte mein Gerät mehrmals Spontanentladungen. Und auf der Piste eine Steckdose zu finden, ist verdammt schwierig.

Fazit: Die Oakley Airwave ist ein ­tolles High-End-System mit kleinen ­Aussetzern. Allerdings ist die Entwicklung in den letzten drei Jahren nur wenig vorangekommen. Und ­solange der Preis so hoch bleibt, gehe ich meine Wette nicht erneut ein.

Oakley Airwave 1.5 Snow
Infos: ch.oakley.com
Erhältlich: u.a. bei Galaxus.ch
Preis: Fr. 900.–

Bewertung: ★★★★☆

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have 
★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

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