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Kowalskys Crash Test: Die Hausverwalter

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Misst Temperatur und Luftfeuchtigkeit: Eve Weather im Crash Test.  PR

Die Eve-Geräte von Elgato versprechen das intelligente Zuhause. Nur leider sind sie selber ziemlich dumm.

Von Marc Kowalsky
2016-03-08

Smart Home ist derzeit an Computermessen das grosse Thema. Das ganze Haus, von Heizung über Fensterläden bis zur Beleuchtung, soll über das Smartphone gesteuert werden, so die Vision. Apple hatte dazu bereits 2014 eine eigene Plattform namens HomeKit angekündigt und ins Betriebssystem iOS ­integriert. Es hat ein Weilchen gedauert, bis nun die ersten Produkte dazu in den Handel gekommen sind.

Eve des deutschen Herstellers Elgato besteht aus drei Komponenten: einem Raumsensor mit dem wenig überraschenden Namen Eve Room, einer Wetterstation mit der ebenso wenig überraschenden Bezeichnung Eve Weather, und einem Tür- und Fenstersensor mit, Sie ahnen es, dem Namen Eve Door and Window. (Die ebenfalls erhältliche schaltbare Steckdose Eve Energy ist hierzulande wegen der inkompatiblen Stecker wenig sinnvoll.) Alle funktionieren nur mit iPhone oder iPad, nicht mit Android.

Zeichnen allerlei Daten auf

Die Installation der Geräte ist erfrischend einfach und schnell, eine Verkabelung ist nicht nötig. Dank Bluetooth Smart sollen die Batterien länger als drei Monate halten. Einmal in Betrieb, misst Eve Weather kontinuierlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Eve Room das Gleiche plus die Schadstoffbelastung der Luft. Eve Door and Window erkennt anhand eines Magnetsensors, ob eine Tür oder ein Fenster geöffnet oder geschlossen ist.

Die Daten werden per Bluetooth übermittelt, was die Reichweite auf ein paar Meter einschränkt: De facto muss man sich im selben Raum befinden. Immerhin lassen sich die Geräte auch von unterwegs abfragen, wenn ein Apple TV ab der dritten Generation (2012) in der Wohnung und in Bluetooth-Reichweite steht.

Wichtige Funktion fehlt

Die App zeigt die unterschiedlichen Messwerte und ihre Entwicklung übersichtlich an. Manchmal kam es jedoch zu unerklärlichen Lücken in der Aufzeichnung. Push-Meldungen werden nicht unterstützt, Sie müssen also ständig selber nachschauen, was los ist.

Vor allem können die Geräte keine Aktion auslösen – etwa einen Alarm, wenn das Fenster geöffnet wird, oder die Lüftung aktivieren bei zu hoher Schadstoffbelastung. Das schränkt den Gebrauchswert erheblich ein. Ach ja, mit Siri soll man die Eves auch steuern können («Siri, wie viel Grad sind im Wohnzimmer?»). Das hat bei mir ganz und gar nicht funktioniert.

Fazit: Es ist ernüchternd, wie wenig Möglichkeiten Smart Home derzeit noch bietet. Die Messungen der Eve-Produkte sind zwar ganz interessant, aber ihr ­Potenzial nutzen die Geräte bei weitem nicht. Momentan sind sie nicht mehr als eine Spielerei.

Elgato Eve
Info: Elgato
Preise: Eve Room: 89.90 Franken; Eve Weather: 64.90 Franken; Eve Door and ­Window: 51.90 Franken; alle bei Digitec

Bewertung:

Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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