Ich bin von Natur aus vielleicht mit einem kräftigen Daumen gesegnet, aber ganz sicher nicht mit einemgrünen. Deshalb habe ich meine persönliche Flora auf ein Minimum reduziert: eine pflegeleichte Stechpalme im Büro, eine unempfindliche Staude im Wohnzimmer. Alles andere wäre Pflanzenquälerei.

Leute wie mich muss Parrot (ja, das sind die mit den Drohnen; ja, das sind die mit den Kopfhörern) als Zielgruppe identifiziert haben für ihren Flower Power. Das Gadget als Gärtner, so die Idee.

Der Flower Power sieht aus wie ein Pflanzenspross (es gibt ihn auch in Grün) und wird zwischen die Triebe in den Blumentopf oder das Gemüsebeet gesteckt. Vorher muss man das Grünzeug aus einer Datenbank von 6000 Pflanzen identifzieren – meine Sanseveria erkennt die App, mit dem deutschen Namen (Bogenhanf) kann sie nichts anfangen. Danach prüft das Gerät regelmässig, wie sich die Pflanze so fühlt: ob sie genug Wasser hat und genug Dünger, ob Temperatur und Sonnenlicht angemessen sind. Wenn nicht, kommt eine Warnmeldung auf dem Smartphone. Auch eine Live- Abfrage der Werte ist möglich, und nach ein paar Tagen wird der nächste Giesstermin vorhergesagt.

Leider funktioniert das alles (bisher) nur mit dem iPhone, leider friert die App gelegentlich ein. Und wegen der beschränkten Reichweite von Bluetooth muss man für den Datenaustausch in der Nähe sein. Unpraktisch bei einem grossen Garten, unmöglich, wenn man von unterwegs oder aus den Ferien mal nachschauen will, ob alles in Ordnung ist. Eine Wi-Fi-Lösung wie etwa beim Konkurrenzprodukt Koubachi wäre da sinnvoller. Immerhin muss die Batterie so erst nach sechs Monaten ausgetauscht werden. Der Preis für den Flower Power ist fair, aber wer einen grossen Garten mit vielen verschiedenen Pflanzen sein Eigen nennt, muss für eine vollständige Abdeckung tief in die Tasche greifen.

Parrot Flower Power
Infos: www.parrot.com/flowerpower/de
Erhältlich: im Fachhandel
Preis: Fr. 79.–
Bewertung: ★★★☆☆

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have 
★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

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