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Kowalskys Crash Test: Der Nachhilfe-Lehrer

Kowalskys Crash Test: Der Nachhilfe-Lehrer
Angenehm flach: Das Google Nexus 6P im Crash Test. PR

Mit dem Nexus 6P will Google den Handyherstellern zeigen, wie man ein gutes Smartphone baut.

Von Marc Kowalsky
2016-02-23

Google und Microsoft haben wenig gemeinsam. In einem Punkt jedoch gleichen sie sich: Beide kommen eigentlich aus der Software-Ecke, doch beide werfen gelegentlich Hardware auf den Markt, hauptsächlich um den anderen Herstellern zu zeigen, was technisch mit ihren Betriebssystemen machbar ist.

Anders als Microsoft vergibt Google die Fertigungsaufträge jedoch extern. So durften bereits HTC, Sam­sung, LG und Motorola ihre Fähigkeiten beweisen. Nun ist es am chinesischen Smartphone-Hersteller Huawei, das neue Google-Flaggschiff zu produzieren.

Angenehm flach mit Fingerabdruck-Scanner

Das Nexus 6P läuft – natürlich – auf der neuesten Android-Version 6.0 und ist wohl das hochwertigste Handy, das Google bislang angeboten hat. Das edle Alu­miniumgehäuse ist mit sieben Millimetern angenehm flach und liegt gut in der Hand. Mit seinem leider nur mässig hellen 5,7-Zoll-Display ist das Gerät so gross wie ein Samsung Galaxy Note oder das iPhone 6s Plus und mit 178 Gramm ähnlich schwer.

Auf der Rückseite ist ein Fingerabdruck-Scanner versteckt, der wegen seiner Position nur mit dem Zeigefinger gut bedienbar ist, dafür aber ausgesprochen zuverlässig arbeitet. Mehr als das Telefon entsperren oder im App Store Käufe bestätigen kann man damit allerdings nicht; da bieten andere Android-Geräte mehr.

Coole Kameras

Mein Testgerät kam mit 32 Gigabyte Speicher, die nicht erweiterbar sind. Power User sollten mindestens zur Version mit 64 GB greifen (+50 Franken). Rechenleistung hat das Nexus mehr als genug, ­bei Belastung erwärmt sich das Gerät allerdings spürbar. Einen Handschuhwärmer braucht man dann nicht mehr. Trotzdem reicht der Akku leicht für einen, manchmal sogar für zwei Tage. Austauschen lässt er sich nicht, dafür sehr schnell laden.

Cool sind die Kameras: vorne luxuriöse acht Megapixel für Selfies, hinten 12,3 Megapixel für sehr scharfe und farbechte Bilder. Dank der lichtstarken Blende (f/2.0) sind die Ergebnisse auch bei Dämmerlicht brauchbar. Der Autofokus fixiert rasend schnell, und Videos werden in 4K aufgenommen – sogar mit 240 Bildern pro Sekunde, was bestes Zeitlupenmaterial ergibt. Leider fehlt ein optischer Bildstabilisator.

Der Lautsprecher ist der beste, den ich je in einem Handy gehört habe – das macht sich auch beim Freisprechen bemerkbar. Was aber gar nicht geht: Trotz des ambitionierten Preises fehlt ein Kopfhörer im Lieferumfang.

Fazit: Google hat mit dem Nexus 6P fast alles richtig gemacht. Das Gerät bietet zwar keine echten Alleinstellungsmerkmale, aber wer ein High-End-Smartphone auf Android-Basis sucht, ist mit dem Nexus 6P sehr gut bedient.

Google Nexus 6P
Info: Google Store
Preis: 649 Franken

Bewertung: ★★★★

Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

 

Marc Kowalsky (45) ist ein Early Digital Immigrant: Seit 30 Jahren fühlt er den neusten IT-Produkten auf den Zahn.

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