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Kowalskys Crash Test: Der Muntermacher

Kowalskys Crash Test: Der Muntermacher
Die Saeco GranBaristo Avanti im Crash Test.  Gerry Nitsch

Es hat lange gedauert, aber jetzt führt die Saeco GranBaristo Avanti endlich auch die Kaffeemaschine ins Internetzeitalter.

Von Marc Kowalsky
2015-09-30

In der IT-Branche ist sie so etwas wie ein Kobold: die Kaffeemaschine mit Internet­­anschluss. Kobold, weil sie schon seit Ewigkeiten immer mal wieder aus dem Nichts auftaucht (meist als Prototyp auf Messen), die Leute belustigt und dann wieder für unbestimmte Zeit spurlos verschwindet. Firmen wie Nestlé, ­Microsoft oder Jura versuchten sich schon daran. Auch Philips-Tochter Saeco hatte jahrelang Mühe: Die GranBaristo Avanti kam nur mit langer Verzögerung und in limitierter Auflage auf den Markt. Jetzt ist der Nachfolger da – und tatsächlich zu kaufen.

Für ein so teures Gerät wirkt die Maschine nicht sehr hochwertig: viel Plastik, der versucht, wie Chrom auszusehen, es aber nicht wirklich schafft. Dafür hat sie einige praktische Features: Die Saeco reinigt sich selber beim Einschalten, dank eines eingebauten Filters muss man die Maschine nur alle 5000 Tassen entkalken, und der Bohnenbehälter lässt sich komplett austauschen, wenn man schnell mal eine andere Sorte brauen will.

In zwei Minuten zum perfekten Lungo

Im Alltagshandling ist das Gerät problemlos, auch der Lärm hält sich in Grenzen. Einmal in Gang gesetzt, tuckert die Saeco wie ein Fiat Cinquecento aus den sechziger Jahren und lässt sich zwei Minuten Zeit für einen Lungo. Der aber hat eine schöne Crema und schmeckt hervorragend, ebenso wie alle anderen mit der Maschine zubereiteten Kaffee­arten. Milchschaum für Cappuccino gelingt ihr schnittfest.

Alleinstellungsmerkmale der Gran­Baristo Avanti sind aber der Bluetooth-Anschluss und die App. Mit ihr wählen Sie Ihr Getränk – von Espresso macchiato bis Americano ist alles dabei. Vor allem aber können Sie per Schieberegler angeben, wie viel Kaffee und wie viel Milch erhitzt werden soll, ob die Bohnen vor­gebrüht werden und wie stark das Aroma und wie heiss der Kaffee sein soll. Favoriten speichern Sie per Knopfdruck ab. All das ist sehr einfach und superpraktisch.

Espressi bestellen wie Nerds

Sammelbestellungen werden in einer Warteschlange abgearbeitet, nur Tassen wechseln müssen Sie dann noch von Hand. Unter den Gästen das iPad herumreichen, und jeder konfiguriert sich seinen Wunschkaffee: Ja, das macht Eindruck – und positioniert Sie als Nerd.

Schwächen? Klar doch! Der Abtropfbehälter ist zu klein und deshalb schnell voll. Beim Reinigen des Milchbehälters muss man Tassen jonglieren. Und der Kaffeeauslass ist so tief, dass hohe Gläser für Latte macchiato nicht darunterpassen. Aber das sind analoge Probleme, die interessieren mich nicht die Bohne.

Fazit: Die Saeco hat kleine Schwächen, dafür macht sie ganz hervorragenden Kaffee. Und die Bedienung per App will man bald nicht mehr missen. Aber: Für den Preis bekommt man beim Italiener um die Ecke eine ganze Menge Espressi.

Saeco GranBaristo Avanti HD8969
Infos: www.saeco.ch
Erhältlich: im Fachhandel
Preis: Fr. 2499.–

Bewertung: ★★★★

★ Technoschrott ★★ verzichtbar ★★★ nice to have ★★★★ cool ★★★★★ wegweisend

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