Vor vier Jahren begann die amerikanische Immobilienkrise. Genauer: Sie wurde sichtbar. Viele kleine Banken und eine grosse gingen unter, viele Institute wurden mit gewaltigen staatlichen Mitteln vor dem Konkurs gerettet. Auf die Immobilien- und die Bankenkrise folgte die europäische Schuldenkrise, in der wieder Hunderte von Milliarden an Steuergeldern eingesetzt werden müssen. Wie es weitergeht, ist offen – und deshalb legt Seco-Chefökonom Aymo Brunetti auch Wert auf das Fragezeichen im Titel seines Buches.

Das Werk ist schmal (176 Seiten), aber es gehört zum Besten, was man in letzter Zeit zum Thema lesen konnte. Nicht, weil es viele neue Erkenntnisse enthält, sondern weil es sich erfolgreich bemüht, den aktuellen Kenntnisstand in verständlicher Sprache und mit klarem didaktischem Aufbau zu vermitteln. Das hebt sich wohltuend von der Aufgeblasenheit mancher Experten ab.

Das Werk bietet auch Trost und ein wenig Zuversicht. Zwar ist die aktuelle Krise so schwer wie jene der dreissiger Jahre, ihre Auswirkungen sind im Jahr 4 nach dem Ausbruch aber milder. Das hängt, sagt Brunetti, mit dem richtigen Verhalten der einschlägigen Institutionen, also auch der Schweizer Nationalbank, zusammen. Wenn dies so bleibt, lässt sich schliessen, überstehen wir auch diese Folge von Krisen mit einem blauen Auge.

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