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Testfahrt 
Über Stock und Stein mit dem Mercedes GLK 350

Mercedes GLK: Die Frontpartie wirkt kantiger und moderner.   © Mercedes-Benz

Mit einem charakteristischen Karosseriedesign hebt sich der GLK von der Konkurrenz ab. In einer Testfahrt soll der sportliche SUV seine Vorzüge im Alltagsgebrauch beweisen.

Von Frank Moritz («Wolrd's Luxury Guide»)
22.10.2014

Die Schwaben haben 4 Modellklassen mit einem «G» in der Modellbezeichnung in ihrem Portfolio. Das sind die G-, GL-, GLA- und die GLK-Klasse. Vom kompakten GLK-Modell gibt es aktuell zehn verschiedene Modelltypen mit 4 Benzin- und 3 Dieselmotoren. Bei dieser Auswahl dürfte es also kein Problem sein, den passenden SUV mit einem Stern zu finden. Und dass der GLK bei den Käufern sehr gut ankommt, beweisen die Zulassungszahlen.

Mercedes GLK 350 CDI 4matic: Kantige Flächen, kräftige Front

Von den Karosseriemaßen her ist der Mercedes GLK mit 1,67 Metern in der Höhe, 1,85 Metern in der Breite (mit Außenspiegeln 2,02 Meter) und 4,54 Meter Länge recht kompakt gebaut. Das Außendesign des robust auftretenden GLK kann man als eigenwillig bezeichnen. Kantige Flächen dominieren das Fahrzeug von der kräftigen Front bis zum Heck.

Testfahrt mit kleinen SUV von Mercedes-Benz

Die selbstbewusste, moderne Frontpartie wird von den beiden silberlackierten Lamellen mit dem großen Mercedes-Stern dominiert. Eingerahmt von einer Chromspange sitzt das LED-Tagfahrlicht separat unter den Hauptscheinwerfern in der Frontschürze. Die großen Scheinwerfer laufen leicht in die Seitenpartie über und mit dem optionalem „Intelligent Light System“ passte sich die Bi-Xenon-Beleuchtung des Testwagens nicht nur den Wetter- und Lichtbedingungen automatisch an. Es projizierte zudem einen üppigen Lichtkegel auf die Straße. Über der breiten Heckstoßstange mit integrierter Ladeschutzkante ziehen sich die großflächigen LED-Rückleuchten bis in die Seitenpartie des GLK hinein. Eine zweiflutige Abgasanlage mit verchromten Endrohrblenden sorgt für den sportlichen Fahrzeugabschluss des Schwaben-SUVs.

Viel Bein- und Kopffreiheit im GLK

Durch die weit öffnenden Türen ist der Einstieg in den Mercedes-GLK einfach und bequem. Die Türbremsen halten die Türen in verschiedenen Rasterungen perfekt offen. Sehr angenehme Sitze empfangen die Insassen in beiden Reihen und lassen entspanntes Fahren zu. Allerdings sollten auf der hinteren Bank nicht mehr als zwei Erwachsene Platz nehmen, denn der Mittelsitz reicht höchstens als Notsitz. Durch seine sehr gute Raumausnutzung haben dann aber auch 4 Personen im GLK viel Bein- und Kopffreiheit.

Übersichtliche Funktionen

Den mercedestypischen Arbeitsplatz für den Fahrer empfand ich als sehr übersichtlich gestaltet und die Bedienung der meisten Schalter ging einfach von der Hand. Die passende Einstellung für den Sitz und das Lenkrad waren schnell gefunden. Die runden Armaturen im Tunneldesign lassen sich prima ablesen und die Position des Automatikwählhebels am Lenkstock ist perfekt. Weiterer Vorteil: Der gewonnene Platz in der Mittelkonsole. Ablagen sind im GLK in der Mittelkonsole und den Türtaschen vorhanden, wobei diese nicht zu den Größten zählen. Auch hinten sind die Türtaschen von der kleineren Sorte, aber immerhin.

Angenehm erhöhte Sitzposition im GLK

Durch die angenehm erhöhte Sitzposition im GLK hatte ich einen guten Rundumblick auf die Straße. Nur die hinteren Dachpfosten sind etwas breit geraten und erschweren den Blick beim Einparken. Und da sich die Kopfstützen im Schwaben-SUV auch nicht klappen lassen, sollte zur Schadensbegrenzung die optionale Rückfahrkamera und die akustische Einparkhilfe ein Muss auf dem Bestellzettel sein.

Tolle Funktionen – allerdings nur gegen Aufpreis

Beim Thema Fahrassistenzsysteme bietet Mercedes für den GLK eine lange Liste an. Abstandsregeltempomat, Totwinkel-Assistent, Bergabfahrhilfe, 360° Kamera, Spurhalte-Assistent und, und, und – und alles gegen Aufpreis.

Kritikpunkte bei der Verarbeitung

Bei der Verarbeitung gibt es keine Kritikpunkte. Alles wirkt hochwertig und die Materialien sind geschmackvoll aufeinander abgestimmt. Im Testwagen bestimmen schwarzes Leder und große Aluminiumflächen das Interieur. Nur das im unteren Bereich der Türen verwendete Hartplastik passte irgendwie nicht zum Premiumanspruch von Mercedes und zum Preis des GLK. Die Ambiente-Beleuchtung sorgte bei Fahrten in der Dunkelheit für eine angenehme Atmosphäre im Cockpit.

Der GLK 350 CDI 4matic bietet Platz für 450 Liter Gepäck

Hinter der Kofferraumklappe ist Platz für 450 Liter Gepäck. Werden die beiden Rücksitzlehnen umgeklappt, erhält man eine ebene Ladefläche und das Abteil erweitert sich auf bis zu 1550 Liter Fassungsvermögen. Da im GLK kein Reserverad vorhanden ist (ein Reparaturset ist serienmäßig), kann die vorhandene Radmulde unter dem Kofferraumboden als zusätzliches Ablagefach genutzt werden. Die Zuladung beträgt 575 Kilogramm und der Schwabe kann bis zu 2,5 Tonnen (gebremst) an den Haken nehmen. Ein Wort noch zur Heckklappe, die eine sehr ordentliche Öffnungshöhe hat, sich aber nur von außen und nicht von Innen öffnen lässt.

Wie fährt sich der GLK in der Stadt?

Um es vorweg zu nehmen, ich hatte meinen Spaß mit dem Schwaben-SUV und empfand ihn als handlichen und ausreichend motorisierten Begleiter. Er ist sehr komfortabel abgestimmt und hat eine leichtgängige, wenn auch nicht sehr direkt agierende Lenkung. Bei schnellerer Kurvenfahrt neigt sich die GLK-Karosserie ein wenig zur Seite, aber Gleichgewichtsstörungen muss niemand befürchten. Mercedes gibt für den GLK einen Wendekreis von 11,65 Metern an.

Der Motor ist einer der sanften und leisen Art

Der turbogeladene V6-Diesel mit 3,0-Litern Hubraum leistet 265 PS und 620 Newtonmeter Drehmoment. Damit rennt der knapp 2 Tonnen schwere GLK in der Spitze 232 km/h und beschleunigt in 6,4 Sekunden auf 100 km/h. Die Bremsen packen kräftig zu und bringen den nicht unbedingt leichten SUV sicher und schnell zum Stehen.

Die 7G-Tronic-Plus Automatik hatte keine Mühe die Gänge schnell und sauber zu schalten. Der Motor wird per Schlüssel gestartet und ist einer der sanften und leisen Art. Selbst bei zügigem Beschleunigen oder höheren Geschwindigkeiten blieb der Geräuschpegel im Innenraum angenehm niedrig.

Mercedes GLK 350 CDI 4matic mit permanentem Allradantrieb

Den Mercedes GLK 350 CDI 4matic gibt es nur mit permanentem Allradantrieb. Damit hatte er erwartungsgemäß auf der Straße eine prima Traktion und tobte auch ordentlich durchs Gelände. Das optionale Offroad-Paket (hatte der Testwagen nicht) soll den GLK auch auf groben Terrain nicht im Stich lassen. Mit der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik lag der Durchschnittsverbrauch des GLK laut Bordcomputer bei 8,4 Litern Diesel.

Ein Mercedes war noch nie günstig und so ist es kaum verwunderlich, dass der Mercedes GLK 350 CDI 4matic erst ab 51.110,50 Euro (UVP) erhältlich ist. Und dann gibt es ja auch noch die lange Aufpreisliste.

Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Schwester-Publikation «World's Luxury Guide».

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