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Testfahrt 
Mit dem BMW 5er ist man(n) immer gut angezogen

Mit dem BMW 5er ist man(n) immer gut angezogen
BMW 5er: Hat denselben Effekt wie 
ein guter Anzug. PR

Die deutschen Oberklasse-Limousinen sind noch immer die klassischen Dienstwagen der Bosse. 
Wer sich in den BMW setzt, versteht schnell, warum.

Von Dirk Ruschmann
2017-05-22

Kennen Sie diese Studien, wonach Anzugträger angeblich schneller denken, sich gescheiter anstellen, ihren Job besser machen? Haben schon vor Jahren richtige Wissenschaftler von der University of Columbia herausgefunden und auch welche von der California State University – die Amis wissen so was bekanntlich besser als wir im alten Europa.

Es muss ja seine Gründe haben, dass in jenen Zeiten, da der Arbeitsmarkt in den USA kriselt, simultan die Verkaufszahlen von klassischen Hemden und Anzügen steigen. Die Begründung der Forscher ist so einfach wie einleuchtend. Wer sich formell anzieht, denkt anders: abstrakter, weniger kleinkariert. Mehr Helikopter, ­weniger Frosch. Und auch schön: Anzugträgern gelingt es besonders gut, Kritik an sich abprallen zu lassen. Zwar wird man für einen 5er-BMW heute nicht mehr als elender Kapitalist kritisiert, aber das wäre trotzdem eine wünschenswerte Fähigkeit.

Wie ein guter Anzug

So ein 5er-BMW, und jetzt kommt endlich die Pointe, hat denselben Effekt wie 
ein guter Anzug. Man nimmt Platz, und die Welt wirkt sogleich ein Stück weniger bedrohlich. Und er ist wiederum nicht so riesig, dass schon der Gedanke an Schweizer Parkhäuser das wohlige Gefühl zunichtemacht.

Der Anzug ist auch gut geschnitten. Eindrucksvoll ist von innen aber insbesondere, was diese heutigen Limousinen alles können (für den «Touring» genannten Kombi, der schon im Starthaus steht, gilt übrigens in allen Aspekten dasselbe). Die Fahrspur halten, die Fahrspur wechseln, dem Fahrer ins Lenkrad greifen, wenn er nicht alles richtig macht, bei Stau den Grossteil der nervigen Stop-and-Go-Arbeit übernehmen, Parkplatz suchen und gleich parkieren.

Autonomes Fahren wird kommen

Ob das alles sein muss, ist heute keine Frage mehr – autonomes Fahren wird kommen, gerade für Businesslimousinen, in denen telefoniert oder gemailt wird. Und das gilt auch für BMW, die Apos­tel der Fahrfreude – obwohl die Bayern mit ihren superben Motoren und Fahrwerken immer jene waren, die man zum Selbstfahren kaufte, während die chauffierte Fraktion eher im Sternenkreuzer gleitete: Mercedes dem Fabri­kanten, BMW dem Manager, der zeigen wollte, dass er noch nicht Golf spielt.

Mit dem Eintritt von Audi ins Premiumsegment haben sich die Schubladisierungen schrittweise erledigt. Aber ­immer noch sitzt es sich im BMW gefühlt etwas straffer ins Cockpit eingepackt. Dass der 5er ein hervorragendes Auto mit toller Strassenlage und vielen cleveren Helfern ist, steht aus­ser Frage. In diesen Sphären entscheidet sich ein Käufer aber eher anhand von ­Nuancen und Vorlieben – und der Optik. Wie bei guten Anzügen.

BMW 5er
Antrieb: 2,0-Liter-4-Zylinder-Benziner 
Verbrauch: 5,9 Liter Super 
Leistung: 252 PS (185 kW)
0–100 km/h: 6,2 s 
Vmax: 250 km/h 
Preis: ab 66'200 Franken (alle Werte für BMW 530i)

 

Dirk Ruschmann fährt seit 25 Jahren Auto. Er schreibt
 über Unternehmen, Manager, Autos 
und andere bewegliche Teile.

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