Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mich – mit Ausnahme des faszinierenden Supersportlers LFA – ein Modell von Lexus speziell angesprochen oder gar begeistert hätte. Zu gewöhnlich war mir persönlich das Design, um mich für die Technik zu erwärmen. Doch das änderte sich schlagartig, als ich den NX 300h zum ersten Mal auf einem Foto sah. Das scharfe Design, die aggressive Front – ich war begeistert.

Und nun steht er da. Leuchtet silbern in der Sonne und macht Lust. Also rein ins mit edlem Leder beschlagene Cockpit! Dort braucht man, wie bei Lexus typisch, ein paar Sekunden, um sich zurechtzufinden, doch dann gehts los – per Knopfdruck. Denke ich. Höre aber nichts. Läuft er? Ja, der 2,5-Liter-4-Zylinder-Hybrid summt mehr, als er brummt, und steht damit im jähen Kontrast zum polarisierenden Outfit.

Geht mehr? Ein beherzter Tritt aufs Gaspedal bringt den NX 300h in Fahrt, aber bis Tempo 100 vergehen über neun ­Sekunden. Erstaunlich, denn der perfekt funktionierende ­Hybridantrieb stellt eine Systemleistung von fast 200 PS parat. Wo gehen die PS verloren?, frage ich mich, während ich mich durch das Getümmel der Stadt kämpfe.

Ausserorts wird das Fahren entspannter. Wenn der NX 300h in Fahrt ist, kommen seine Qualitäten zutage: Man ­cruist lässig durch die Gegend, geniesst die Sicherheit der ­vielen elektronischen Helfer, den Komfort auf allen Plätzen und verbraucht (zumindest theoretisch) nur knapp über fünf Liter auf 100 Kilometer. Erst beim Aussteigen und beim Blick zurück werde ich an die Diskrepanz zwischen (aggressivem) Schein und (vernünftigem) Sein erinnert.

Fazit: Der Lexus NX 300h ist ein Schaf im Wolfspelz. Er macht Lust auf mehr. Mehr PS. Und die kommen Ende Februar als NX 200t – genau 238 PS.

Motor: 2,5-Liter-4-Zylinder-Benziner-Hybrid, Leistung: 197 PS (145 kW), 0 auf 100 km/h: 9,3 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, Preis: ab 52 800 Franken.

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