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Justiz 
Fanpage-Klau: Schweizer verklagen Ferrari

Teil der Legende: Ferrari 250LM von 1964.  bloomberg

Zwei Schweizer haben Ferrari auf 10 Millionen Franken Schadenersatz verklagt. Der italienische Autobauer hatte ihre erfolgreiche Facebook-Fanpage übernommen.

Veröffentlicht 31.03.2014

Der 21-jährige Sammy und sein Vater Olivier Wasem sind grosse Ferrari-Fans. Darum erstellten sie 2009 auf Facebook eine Fanpage, die innerhalb eines Jahres schon 500'000 «Likes» von Facebook-Benutzern hatte - sie folgten nun den Aktivitäten auf der Seite.

Wenig später meldeten sich die Autobauer aus Maranello bei den Wasems. Die Italiener gratulierten den Schweizern, hatten aber auch schlechte Neuigkeiten für sie: Man müssen wegen rechtlichen Punkten die Fanpage leider formell übernehmen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Die Wasems waren einverstanden, dass ihre Fanpage zum offiziellen Auftritt Ferraris bei Facebook wurde. Obwohl sie nie einen schriftlichen Vertrag für eine finanzielle Entschädigung erhielten, arbeiteten die Wasems an der Page vier Jahre lang weiter. Sie verloren dann ihr Administrations-Recht auf der Seite - Ferrari bestimmte ohne ihr Einverständnis eigene Community-Manager.

Im Februar 2013 klagten sie in Genf Ferrari ein und wollen mindestens 10 Millionen Schweizer Franken für angeblich 5500 Stunden Arbeit sehen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zudem wollen sie von den Staatsanwälten die Rolle Facebooks beim Administrations-Transfer klären lassen. Ferrari lässt sich im Gegenzug nicht lumpen und klagt die Wasems wegen Markenverletzung und missbräuchlicher Verwendung der Facebook-Seite an.

Auch Nestlé fiel auf die Nase

Andere Grosskonzerne wie Nestlé lassen in Sachen Social-Media mehr Vorsicht walten - nachdem man vorher gehörig auf die Nase gefallen war. Nestlé etwa ging gegen Greenpeace vor, als die NGO ein Video auf Youtube stellte, das Nestlés Palmöl-Geschäfte anprangerte.

Nachdem die Westschweizer bei Youtube erfolgreich intervenierten und das Video gelöscht wurde, stellte Greenpeace das Filmchen einfach auf weitere Plattformen. Durch die Zensur erhielt die Botschaft gleich noch mehr Publikum - millionenfach. Seit dieser Erfahrung gehe Nestlé solche Fälle im Web «viel leiser und ruhiger an», meinte ein Anwalt, der den Konzern berät.

(chb/vst/gku)

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