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Rasant 
Ein Tesla-Konkurrent aus Schweizer Haus

Elektropionier Tesla hat bei Autoliebhabern die Lust nach schnellen Nicht-Benzinern geweckt. Vom Trend will nun eine Schweizer Firma profitieren. Deren rasanter Schlitten ist nichts für die Masse.

Von Julia Fritsche
2017-02-24

Eine Designfirma aus dem Kanton Waadt macht sich mit ihrem neuesten Projekt auf die Spur von Tesla. Ihr geplantes Elektromodell Elextra soll in weniger als 2,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen. Das ist leicht schneller als Tesla-Konkurrent Faraday Future (0 auf 100 km/h in 2,39 Sekunden) und noch etwas schneller als das Model S von Tesla selbst (0 auf 100 km/h in 2,7 Sekunden).

Der Sportwagen soll auf der «besten Elektroauto-Plattform der Welt» basieren. Onlinemedien für Autoliebhaber spekulieren daher bereits, ob die Technik vielleicht direkt von Tesla kommt. Viel mehr ist über den Elektrosportwagen bisher nicht bekannt: Der Wagen soll über einen Vierradantrieb, vier Sitze und vier Türen verfügen.

Autoportale wie Carscoops.com verweisen auf den Autosalon in Genf für Weiteres. Allerdings werden sie dort vergeblich auf Neuigkeiten warten, denn wie CEO und Designer Robert Palm gegenüber handelszeitung.ch bestätigt, werden sie an der Automesse nicht teilnehmen.

Investoren nötig

Hinter dem «Supercar» - wie die Entwickler ihren Sportwagens nennen – steckt die Firma Classic Factory mit Sitz in Bremblens/VD. Neben CEO und Gründer Robert Palm ist Poul Sohl der zweite Kopf des Unternehmens. Der dänische Unternehmer ist für den Verkauf und die Investoren zuständig. Vor ihm liegt noch ein Stück Arbeit. Nach Auskunft des CEO sind sie in der zweiten Finanzierungsrunde noch auf der Suche nach weiteren Geldgebern. Hauptsächlich richte sich ihr Projekt an Autoliebhaber, doch auch institutionelle Investoren seien willkommen.

Während das Design also aus der Schweiz kommt, verlässt sich das Unternehmen für die Herstellung auf deutsche Qualitätsarbeit. Produziert werden soll Elextra von einer Firma bei Stuttgart, die auf Sonderserien spezialisiert ist. Einzelanfertigung ist das Schlüsselwort, denn vom Modell sollen nicht mehr als 100 vom Band laufen.

Erfahrung mit limitierter Auflage

Bereits 2012 machte das Unternehmen mit einem superteueren und limitierten Luxussportwagen Schlagzeilen. Der Lyonheart K verfügt über 550 PS und basierte auf dem Klassiker Jaguar E. Damals setzte Classic Factory für den Bau auf den britischen Hersteller Envisage Manufacturing. Den Motor lieferte dabei Jaguar selbst.

Wer eines der 250 Coupés und Cabrios kaufen wollte, musste Hundertausende Franken locker machen. Produziert wurde der Retrowagen mit neuester Technik zwischen 2013 und Sommer 2015 im englischen Coventry. Die Wartezeit betrug je nach Modell offenbar bis zu zwei Jahre. Die Käufer kamen zur Hälfte aus Europa, der Rest aus China und dem Nahen Osten, wie Cars UK berichtete.

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