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Ein Koreaner mit starker Dosis deutscher DNA

Ein Koreaner mit starker Dosis deutscher DNA
Kia Stinger Coupé: Unterscheidet sich von anderen Modellen des koreanischen Herstellers. Keystone

Kia nimmt den Premiummarkt in Angriff: Mit seinem Stinger Coupé will der koreanische Autohersteller Audi, BMW und Co. einheizen. Die Voraussetzungen dafür sind vielversprechend.

Von Benjamin Zhang und Stefanie Kemmner («Business Insider Deutschland»)
2017-01-20

Mitte Januar enthüllte Kia das atemberaubende, viertürige Stinger Coupé. Es ist wirklich anders, als alles, was wir bisher von dem koreanischen Autohersteller gesehen haben. 

In den vergangenen Jahren hat sich Kia einen festen Ruf aufgebaut, indem es stylische, gut gebaute Autos und Geländewagen für die breite Masse anbot. Nun möchte die Marke den Premiummarkt in Angriff nehmen und grossen Herstellern wie Audi oder BMW Konkurrenz machen.

Obwohl Kia die K900 Luxus-Limousine bereits im Jahr 2014 vorstellte, verkaufte sie nur eine beschränkte Anzahl und war nicht wirklich dafür ausgerichtet, auf dem Premiummarkt mitzumischen.

Aber Kia hat seit dem jede Menge gelernt. Und nun hat das Unternehmen zum ersten Mal ein Produkt, das die deutschen Marken beunruhigen sollte.

Die technischen Details:

Der Standard 2018er Kia Stinger wird von einem 2,0 Liter, 255 PS starken, turbogeladenen vier-Zylinder Motor angetrieben und die sportlichere GT Version bekommt einen 365 PS starken Twin-Turbo V6. Beide Motoren sind mit einem Acht-Gang-Automatikgetriebe verbunden und bringen ihre Kraft entweder mit einem Heck- oder einem Allradantrieb auf die Strasse.

Stinger mit Allradantrieb bekommen Kias Dynamic Torque Vectoring System, während heckbetriebene Autos ein Sperrdifferential erhalten. Bremskraft kommt durch ein Set gelüfteter Brembo-Bremsen.

Nach Angaben von Kia sollte der V6 Stinger 100 km/h in nur 5,1 Sekunden schaffen und eine Spitzengeschwindigkeit von knapp 269 km/h haben.

«Ein komplett anderes Tier»

«Ich denke für die Kia Marke ist der Stinger ein besonderes Event», sagte Albert Biermann, Kias Leiter für Hochleistungsentwicklung in einem Statement. «Denn niemand erwartet so ein Auto, nicht nur die Art, wie es aussieht, sondern auch die Art, wie es fährt. Es ist ein komplett anderes Tier.»

Als viertüriges Coupé ist der Stinger bereit, es direkt mit dem Audi A5/S5 Sportback sowie der BMW 4er Gran Coupé Serie aufzunehmen. Ausserdem könnten Autokäufer, die ein Schwergewicht der Industrie in Erwägung ziehen, wie die BMW 3er Serie, die Mercedes C-Klasse, den Audi A4, den Cadillac ATS, den Lexus IS, den Infiniti Q50 und den Jaguar XE, könnten auch den Stinger in Betracht ziehen.

Der Premiummarkt ist ein hart umkämpftes Pflaster, aber Kia ist sich dessen mit Sicherheit bewusst.

Teure Talente aus Europa geholt

Das Unternehmen hat das vergangene Jahrzehnt damit verbracht, teure Talente aus Europa zu sich zu holen — vor allem aus Deutschland. Dazu gehört Chef-Designer Peter Schreyer, die Person, die hinter dem markanten Aussehen des Stingers steckt. Auf seinem Lebenslauf stehen auch Audi und Volkswagen, bei welchen er ebenfalls die Design-Abteilung leitete. Luc Donckerwolke, der frühere Design-Chef von Bentley und Lamborghini wurde ebenfalls an Bord geholt, um die Designarbeit bei Hyundai-Kias Premiummarke Genesis.

Der grösste Coup, der dem Fahrzeughersteller jedoch gelungen ist, war die Einstellung von Biermann. Im Jahr 2014 hat Biermann seine Stelle als Vizepräsident für Ingenieurwesen der BMW-M-Division in Bayern für Südkorea verlassen. Während seiner drei Jahrzehnte bei BMW diente Biermann als Architekt für viele der hoch angesehenen Fahrzeuge der Firma. Darunter beispielsweise der BMW M3, M4, M5 und zahlreiche Gewinner-Fahrzeuge aus dem Motorsport-Team von BMW.

Koreaner mit starker Dosis deutscher DNA

Der deutsche Ingenieur wurde zu Kia geholt, um diese Fahrzeuge zu ähnlichen Legenden zu machen, wie er sie bei BMW so regelmässig erschaffen hat.

Biermann und sein Team haben den Stinger ausgiebig auf der firmeneigenen Teststrecke sowie auf dem berüchtigten Nürburgring getestet. Der Stinger wurde sogar in Kias europäischen Design-Zentrum in Frankfurt gestaltet.

Also hatte der Stinger einen deutschen Designer, einen deutschen Ingenieur und wurde auf dem Nürburgring getestet. Es ist ein koreanisches Auto mit einer starken Dosis deutscher DNA. 

Noch in diesem Jahr auf den US-Markt

Warum nicht? Schliesslich soll der Stinger gerade in einem von deutschen Herstellern dominierten Markt in den Wettbewerb gehen. 

Ob der 2018er Kia Stinger die deutschen Hersteller wirklich schlagen kann, wird sich erst noch zeigen. Aber zumindest auf den ersten Blick scheint der Stinger für diesen Kampf so gut ausgerüstet zu sein, wie es noch kein Fahrzeug der koreanischen Automobilindustrie zuvor war. 

Der 2018er Kia Stinger soll noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt kommen, auf dem europäischen Markt könnte es vielleicht noch etwas länger dauern. Nach Angaben von «Autobild» soll die Produktion in der zweiten Jahreshälfte von 2017 starten und kosten soll das gute Stück etwa 35'000 Euro (etwa 38'000 Franken).

Dieser Text erschien zuerst bei «Business Insider Deutschland» unter dem Titel «Kia hat ein neues Auto, das BMW und Audi Angst einjagen sollte».

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