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E-Autos: Noch bescheidener Schub, aber grosses Potenzial

E-Autos: Noch bescheidener Schub, aber grosses Potenzial
Elektrofahrzeug: Das Aufkommen ist in der Schweiz weiterhin gering.Keystone

Der Marktanteil der Elektroautos ist noch bescheiden. Doch die Automobilbranche bereitet sich bereits auf den Umschwung vor. Wer davon profitieren dürfte - und was den Trend noch ausbremst.

Trotz eines fulminanten Wachstums in den vergangenen Jahren bleibt das Aufkommen an Elektrofahrzeugen in der Schweiz weiterhin gering. Grosse Autokonzerne investieren allerdings zunehmend in Elektrofahrzeuge.

«Wir erwarten, dass um das Jahr 2025 10 Prozent der verkauften Autos Elektrofahrzeuge sein werden. Aber man ersetzt eine hundertjährige Technologie nicht auf einen Schlag», sagt François Launaz, Präsident von Auto Schweiz.

Der Anteil von Elektrofahrzeugen am Automarkt Schweiz hat im vergangenen Jahr bei 1 Prozent auf dem Vorjahresstand stagniert. Dabei wurden 3295 Elektrofahrzeuge neu verkauft oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Noch bescheidener Marktanteil

Im Jahr 2010 fuhren noch lediglich 665 Elektrofahrzeuge auf Schweizer Strassen und 1990 gar erst 409. 2016 waren laut den Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) 10'724 Elektrofahrzeuge in der Schweiz im Verkehr. Das sind rund 42 Prozent mehr als noch im Vorjahr. In Relation zu den 3,15 Millionen Benzinfahrzeugen und den 1,3 Millionen Dieselfahrzeugen nimmt sich dies dennoch sehr gering aus.

Die Automobilbranche bereitet sich auf jeden Fall auf eine Veränderung vor. Die Branche entwickle derzeit Elektromotoren angesichts zunehmender Angebote in «geteilter Mobilität», etwa von Uber oder Mobility, sagt Simone Amorosi, stellvertretender Direktor des Transportzentrums der ETH Lausanne (EPFL).

Mehr E-Autos angekündigt

Grosse Automobilkonzerne - von Volkswagen bis Renault - haben in den vergangenen Monaten angekündigt, dass sie künftig vermehrt Elektrofahrzeuge entwickeln wollen. Angestossen wird diese Entwicklung auch von der Absicht der Europäischen Union, den durchschnittlichen CO2-Ausstoss von Neuwagen auf 95 g/km ab 2020 zu reduzieren.

Die Zunahme von Elektrofahrzeugen wird auch Auswirkungen auf die Zahl der entsprechenden Ladestationen haben. BMW, Daimler, Porsche, Audi und Ford wollen bis 2020 ein europäisches Netz an solchen Stationen auf die Beine stellen.

Mehr Ladestationen

Davon könnten auch die bereits bestehenden 3424 Ladestationen in der Schweiz profitieren, glaubt David Suchet, Sprecher der Erdölvereinigung. Laut Suchet gibt es keine «Unité de doctrine» bei der Ausrüstung dieser Zapfsäulen. Jeder Betreiber könne darüber entscheiden.

Der Tankstellenbetreiber Socar beispielsweise sei Partner des Stromtankstellenverbundes MOVE, der von der Groupe E entwickelt worden sei. Die Tankstellenbetreiberin Avia installiere Strom-Zapfsäulen neben ihren Benzin-Zapfsäulen in Zusammenarbeit mit dem Waadtländer Unternehmen Green Motion.

Schweizer Zulieferer dürften profitieren

Profitieren vom Wachstumsmarkt Elektrofahrzeug dürften künftig auch die zahlreichen Schweizer Zulieferer, die bereits in der Automobilindustrie aktiv sind. Claudio Pfister, Direktor des Fachverbandes Elektro-, Energie- und Informationstechnik (Elektrosuisse), glaubt allerdings nicht, dass ein Schweizer Unternehmen als Konstrukteur von Elektrofahrzeugen auf dem globalen Markt Fuss fassen kann. Chancen sieht Amorosi hingegen bei der Entwicklung von Fahrzeugen, die auf einem «Technologie-Mix» beruhen. Hier gehe es darum, leichte Materialien, effizientere Batterien und bessere Rezyklierbarkeit zu verbinden.

Copy-Paste mache auch hier keinen Sinn. Amorosi verweist auf das Freiburger Start-Up SoftCar mit dem Projekt für ein leichtes und günstiges Elektroauto. Pfister nennt die Zürcher Firma Kyburz, mit deren Fahrzeugen die Briefträger der Post ausgerüstet sind.

Veränderungen bei Garagisten

Die Tendenz zu mehr Elektrofahrzeugen betrifft auch die Garagisten. Auf einen einfachen Nenner gebracht: Elektromotoren benötigen weniger Unterhalt als Verbrennungsmotoren. Nach Ansicht von Pierre Daniel Senn, Vizepräsident Auto Gewerbe Verbandes Schweiz (AGVS), sind die Kosten generell davon abhängig, wie aufwendig eine Reparatur ist.

Es bleibt die Frage nach den Verkaufspreisen, die bremsend wirken: Trotz tendenziell sinkender Preise für Elektrofahrzeuge aufgrund technischer Fortschritte gilt laut Senn, dass beispielsweise ein VW Golf-Elektrofahrzeug rund 15'000 Franken mehr kostet als der gleiche Benziner.

Amorosi verweist zudem darauf, dass mit Elektrofahrzeugen vielfach die Angst vor einer Panne oder einer geringeren Reichweite verbunden seien. Man müsse halt Gewohnheiten ändern und die Augen nicht nur erst aufmachen, wenn sich die gelbe Tankanzeige im Auto rot verfärbe, heisst es dazu bei Elektrosuisse.

(sda/ccr)

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