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Testfahrt 
Dieser Jeep Grand Cherokee ist nichts für Tagträumer

Dieser Jeep Grand Cherokee ist nichts für Tagträumer
Jeep Grand Cherokee SRT Night: Mit der Taste für den Superstart. PR

Der Jeep Grand Cherokee SRT Night ist kein Kind von Traurigkeit. 
Das hat nicht nur mit seinem V8-Motor zu tun.

Von Pierre-André Schmitt
2016-12-13

Launch Control heisst die Sondertaste. Sie sorgt für einen garantiert spektakulären Ampelstart. Man sollte sie nie, ich wiederhole: nie, in einem ­bewohnten Quartier auslösen. Denn die Begleit­geräusche haben es in sich: Sie sind ohren­betäubend. Sie könnten wütende Reaktionen und sogar die ­Alarmierung der Polizei zur Folge haben.

Man kann natürlich in guten Treuen über den Sinn einer ­solchen Sache diskutieren und sie als sehr jugendlich über­mütig abtun. Aber dieses Auto ist eben alles andere als ein Produkt der Political Correctness. Und einmal sollte man so ein Ding schon ausprobiert haben. Also: Fuss auf die Bremse, Lenkrad geradeaus, Launch-Control-Taste drücken, Gaspedal energisch durchdrücken – und dann die Bremse loslassen.

Brachiale Beschleunigung

Wroaaaam. Elektronische Helfer sorgen dafür, dass die Beschleunigung brachial ausfällt, mit maximalem Drehmoment und minimalem Durchdrehen der Reifen. «Beschleunigung, die man fühlt», verspricht die Werbung, die für einmal fast ein bisschen untertreibt. Das Auto macht einen Satz nach vorne.

Der Grand Cherokee SRT Night mit seinem 6,4-Liter-Hemi-V8-Motor ist alles andere als ein Kind von Traurigkeit. 468 PS liefern die acht Zylinder, sie bringen den Klotz agil in fünf Sekunden von 0 auf Tempo 100. Das Auto gibt es in Weiss, Grau oder, besonders passend, in schreiendem Candyrot. Velvet Red Pearl heisst die Farbe, die mit den mattschwarzen Ele­menten am Fahrzeug irgendwie an Las Vegas erinnert und ­sicher eines nicht sein möchte: diskret.

Wie Vollblutpferde

Zum Fahren ist das Auto eine wahre Freude. Wie Vollblutpferde, die nur darauf warten, endlich losgelassen zu werden, dürstet der Motor nach Druck aufs Gaspedal. Er beschleunigt deftig auch aus voller Fahrt. Zum Beispiel, wenn man bei der Autobahneinfahrt plötzlich volles Tempo braucht. Dass er sich dabei generös einen Schluck Benzin gönnt, überrascht wohl nur wenig: 14 Liter verbrennt der Wagen im Schnitt auf 100 Kilometer, wilde Fahrer bringen es ohne weiteres auch mal auf 20.

Der Vollständigkeit halber sei es erwähnt: Der Grand ­Cherokee ist natürlich ein SUV. Und als solches fühlt er sich im Gelände wohl, auch wenn er mit dem Ur-Jeep für die ameri­kanischen Streitkräfte nicht mehr viel zu tun hat. Dafür ist er viel zu komfortabel.

Eines allerdings sollte man im Gelände niemals tun: die Sache mit der Launch-Control-Taste ausprobieren.

Jeep Grand Cherokee SRT Night
Antrieb: V8-6,4-Liter-Benzinmotor
Leistung: 468 PS (344 kW), 0–100 km/h in 5,0 s, Vmax 257 km/h
Verbrauch: 14 Liter auf 100 Kilometer
Preis: ab 102'000 Franken

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