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Fahrtest 
Der Schneetüchtige Range Rover Evoque

Range Rover Evoque: Leichter war ein Range Rover noch nie  PR

Keine Rutschparty: Wie sich der Range Rover Evoque bei Schnee und Eis bewährt. Und was der Brite sonst noch alles kann.

Von Pierre-André Schmitt
09.02.2016

Wissen Sie, wie viele Ampeln es im Kanton Glarus gibt? Ich wohne seit einiger Zeit da, und ich habe bisher erst eine aktive Ampelanlage entdeckt. Mehr, so bin ich überzeugt, gibt es nicht; Ampeln sind im Landsgemeindekanton nicht beliebt.

Wer von einer Nebenstrasse in eine stark befahrene Hauptstrasse einbiegen muss, braucht sich deswegen keine Sorgen zu machen: Man kennt sich im Glarnerland, und man nimmt Rücksicht – rasch wird jemand auf den Vortritt verzichten und einen einbiegen lassen.

Range-Rover-Wetter macht Spass

Eigenverantwortlichkeit wird im Kanton grossgeschrieben – und das gilt auch bei Schnee. Während im Nachbarkanton Schwyz einige Stunden nach dem Schneefall schon alle Hauptstrassen schwarz und aper sind, wird im Glarnerland zurückhaltend geräumt. Und niemand beklagt sich darüber. Wer hier wohnt, kann auch auf Schnee fahren, das gehört einfach dazu.

Als ich kürzlich einen Range Rover Evoque testen konnte, hatte es eben stark geschneit. Mit anderen Worten: Es herrschte bestes Range-Rover-Wetter. Fünf Zentimeter Schnee lagen auf der Strasse, darunter die eine oder andere Eisplatte. Ich muss gestehen, dass ich solche Verhältnisse liebe. Natürlich muss man entsprechend angepasst fahren, vor allem dort, wo andere Verkehrsteilnehmer anzutreffen sind. Doch auf einem grossen Platz kann man es auch mal rutschen lassen – mir jedenfalls macht das mächtig Spass.

Optimale Strassenlage auch bei schwierigen Verhältnissen

Der Evoque ist der kompakteste Range Rover überhaupt, konsequent haben die Ingenieure auf Leichtbau gesetzt, das macht ihn mit etwas über 1500 Kilogramm Lebendgewicht zum leichtesten Range Rover aller Zeiten. Man spürt das. Der Durst hält sich in Grenzen, und die Strassenlage ist optimal.

Ich habe auf einem grossen Platz 30 Minuten lang versucht, den Evoque ins Rutschen zu bringen. Doch aus der Rutschparty wurde nichts – es ist mir fast nicht gelungen, den Wagen ausbrechen zu lassen. Das Auto fuhr auch später sicher über Matsch, Schnee und Eis, als wäre man im Sommer unterwegs.

Alternative zum Defender

Handwerker fahren im Glarnerland oft einen Defender, doch der wird seit diesem Jahr nicht mehr gebaut. Wer die Gene des Klassikers mag, aber modernere, frechere Formen sucht, hat mit dem Evoque eine gute Alternative. Er ist gut motorisiert, bietet ausreichend Platz, ist sehr komfortabel und fährt sicher über die Strassen. Nicht nur im Glarner Winter.

Range Rover Evoque
Antrieb:
Zwei-Liter-Diesel­motor mit vier Zylindern
Verbrauch: 4,5 Liter Diesel
Leistung: 180 PS (132 kW)
Beschleunigung 0–100 km/h: in 9 s
Höchstgeschwindigkeit: 195 km/h
Preis: ab 59 900 Franken

 

 

Pierre-André Schmitt fährt seit 35 Jahren Auto. Ebenso lange ist er Journalist. In der «Bilanz» schreibt er über Luxus und Uhren.

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