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Das Aeromobil - das fliegende Auto für (fast) Jedermann

Das Aeromobil - das fliegende Auto für (fast) Jedermann
Aeromobil: Knapp 30 Jahre lang baut eine slowakische Firma am fliegenden Auto.Aeromobil

Das erste fliegende Auto der Welt kommt aus der Slowakei - und ist ein Luxusvehikel zum stolzen Preis. Wer das Aeromobil kauft und warum das Unternehmen sich eine Kooperation mit Uber wünscht

Von Karen Merkel
2017-05-16

Das erste fliegende Auto der Welt kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus der Slowakei. Das Startup Aeromobil präsentierte Ende April in Monaco das weltweit erste fliegende Fahrzeug, das bereit ist zur Produktion. Nach fast 30 Jahren Entwicklungszeit kann das Modell vorbestellt werden. 500 Stück wollen die Entwickler bauen, die ersten bis 2020. Zum kleinen Preis gibt es das Hybrid-Fahrzeug allerdings nicht: mit einem Preis von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro (rund 1,6 Millionen Franken) wird der fliegende Flitzer nochmal teurer als im Vorhinein angekündigt. CCO Stefan Vadocz spricht darüber, wer ein Aeromobil kauft und warum sein Unternehmen sich eine Kooperation mit Uber wünscht.

Und, wie viele Käufer hat das Aeromobil bisher gefunden?
Stefan Vadocz: Die Reaktion bei der Präsentation in Monaco war enthusiastisch. Die Messe haben wir ausgewählt, weil viele Besucher Sportwagen lieben und sie sich auch leisten können. Das ist unsere Zielgruppe. Das Interesse am Aeromobil war bereits nach der Präsentation des vorherigen Prototypen gross. Kunden aus Japan, Malaysia, den USA, Deutschland haben ihr Interesse bekundet.

Wie viele Interessenten haben konkret eine Order unterzeichnet?
Wir sind erst ganz am Anfang, es ist zu früh, um Zahlen zu nennen. Aber wir sind optimistisch, am Schluss die Maximalbestellung von 500 Fliegern zu erreichen.

Die vorherige Version aus dem Jahr 2014 war ebenfalls schon flug- und fahrtauglich. Was ist jetzt neu?
Es hat nochmals Hunderte von Anpassungen gegeben, denn anders als das Aeromobil 3.0 ist die jetzige Version bereit für die Produktion. Die Flügel sind neu, die Hülle ist robust und aerodynamisch wie bei einem Sportwagen. Die Sicherheit steht bei dieser Version nochmal stärker im Vordergrund. Pilot und Co-Pilot verfügen über einen Schleudersitz mit Fallschirm für den Notfall. Alles wie bei einem kleinen Flugzeug.

Und ist es auch nochmal schneller?
In der Luft ist das Fahrzeug schneller. Die vorherige Version erreichte 200 Kilometer pro Stunde. Jetzt sind es jetzt 260 Kilometer pro Stunde Normalgeschwindigkeit, in der Spitze sogar 360 Kilometer pro Stunde. Auf dem Boden fährt das Aeromobil maximal 160 Kilometer pro Stunde.

Allerdings müssen die Käufer auch mehr auf den Tisch legen als bisher gedacht. Sie sprachen im Vorfeld von einem Preis von mehreren Hunderttausend Euro.
Die Flieger werden bis zu 1,5 Millionen Euro kosten, das ist richtig. Aber Sie bekommen dafür eben auch ein Auto und ein Flugzeug. Die «Founders Edition», die ersten 25 Flugzeuge, werden mit individuellen Extras nach den Wünschen der Kunden ergänzt. Ausserdem haben Sie den Vorteil, dass Sie im gleichen Vehikel zum Flughafen fahren können, in dem Sie dann auch abheben. Es ist ein angemessener Preis.

Aber es ist ein Luxusartikel für ein äusserst wohlhabendes Zielpublikum. Soll das so bleiben?
Die Zeit wird kommen, in der fliegende Autos zu unserem täglichen Leben gehören. Ich erwarte, dass wir fliegende Autos in 12 bis 15 Jahren auch in Sädten sehen. Zum einen, weil sie effizient sind. Zum anderen, weil es ganz andere Flexibilität ermöglicht, gerade im Grossstadtleben der Zukunft.

Aber gibt es nicht grosse Hürden, damit diese Vision wahr werden kann?
Keine grossen, nein. Wir lizensieren unsere Flugzeuge momentan einfach zweifach – einmal als Auto und einmal als Flugzeug.

Und zahlen dann auch zweimal?
Ja, die doppelte Lizenz wird uns mutmasslich mehrere hunderttausend Euro kosten. Aber eine grosse Hürde sehe ich darin trotzdem nicht. In Europa können wir uns mit den fliegenden Autos sogar über Grenzen bewegen, innerhalb des Schengen-Raumes.

Die Nutzer der Aeromobils müssen allerdings noch zum Flughafen, um zu starten und zu landen. Können die Autos denn in der Stadt abheben?
Voll beladen braucht das Aeromobil rund 400 Meter Startrampe. In der Stadt wäre ein Start oder eine Landung nicht überall möglich, und momentan auch noch nicht erlaubt. Städte sind meist Flugverbotszonen. Hier müssen sich die gesetzlichen Vorgaben noch anpassen.

Arbeiten Sie selbst mit Städten und Gemeinden daran, den gesetzlichen Rahmen auszuweiten?
Wir beobachten hier genau die Aktivitäten von Uber, die das anstreben und im Vorjahr einen Plan zur künftigen Nutzung von fliegenden Autos präsentiert haben. Ihre Idee zielt darauf ab, dass fliegende Autos in der Stadt künftig normal sind.

Sie werden also für die Zukunft des fliegenden Autos mit Uber zusammenarbeiten?
Wir würden uns das wünschen. Erste Gespräche hat es gegeben.

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