Der Kampf um die Vorherrschaft auf dem US- Markt für Luxusautos verschärft sich. Lexus und Mercedes-Benz haben bei der New York International Auto Show neue SUVs vorgestellt.

Lexus zeigt eine neue Version des RX, des populärsten Modells der Marke. Mercedes präsentiert den GLE, den Nachfolger der M-Klasse. Die Luxusmarke Infiniti von Nissan Motor Co., die sich ebenfalls ein Stück vom Kuchen sichern will, fährt eine überarbeitete Version ihres Modells QX50 vor.

Alle Wagen sind geräumig, verfügen über reichlich Sonder-Ausstattung - und sie sind vollgestopft mit dem Neuesten an fahrerloser Technologie.

Gefragte Luxus-SUVs

Mercedes und Lexus hatten Ende der 90er Jahre zu der Etablierung des hochgradig profitablen Segments der Luxus-SUVs beigetragen. Der Verkauf von Luxus-SUVs in den USA ist allein seit 2010 um 67 Prozent gestiegen.

Mittelgrosse SUVs wie der RX oder der GLE stehen hinter nahezu der Hälfte des Marktes für Luxus-SUVs. Sie generieren in aller Regel deutlich höhere Margen als andere Modelle der Autohersteller.

«Permanente Schlacht unter den Marken.»

«Dies sind für Lexus und Mercedes unglaublich wichtige Fahrzeuge», erklärt Michelle Krebs, leitender Analyst bei AutoTrader.com, in einem Interview mit Bloomberg. «Dieses Segment ist grösser geworden. Und es gibt eine permanente Schlacht unter den Marken.»

Toyota Motor Corp., der Mutterkonzern von Lexus, hat im vergangenen Jahr 107.490 RXs verkauft. Das sind 3,4 Prozent mehr als 2013. Mercedes wiederum setzte mit 46'726 Fahrzeugen rund 13 Prozent mehr M-Klasse-Fahrzeuge ab.

Elf Jahre in Folge die Nummer eins

Nicht zuletzt wegen der Beliebtheit des RX war Lexus bis 2011 elf Jahre in Folge die Nummer eins auf dem US-Markt für Luxusautos. Dann setzten Rückrufe und Naturkatastrophen der Marke zu und der Weg für die deutschen Konkurrenten war frei. Im vergangenen Jahr hinderte BMW den Wettbewerber Mercedes, dessen Mutterkonzern Daimler AG ist, daran, den Titel des Marktführers zurückzugewinnen.

«Das Jahr 2015 wird grossartig für SUVs sein», erwartet Steve Cannon, Mercedes-Benz-Chef für die USA. «Wenn die Lage gut ist, schwingt der Markt zurück in Richtung SUVs. Bei einer starken Konjunktur und mit Spritpreisen da, wo sie sich gerade befinden, wissen wir, dass wir den Wind im Rücken haben. Der Vorteil liegt bei den Herstellern und den Marken, die die richtigen Produkte haben.»

Der Mercedes GLE

Im Vergleich zu M-Klasse-Autos wie dem ML350 verfügt der GLE über eine überarbeitete Front- und Heckpartie. Den Wagen gibt es auch als Plug-In-Hypbrid - eine Premiere für einen Mercedes-SUV. Das Technologie-Paket des Fahrzeugs beinhaltet auch die Unterstützung beim Vermeiden von Unfällen - entweder durch Warnungen, durch Hilfestellungen oder durch die Übernahme der Kontrolle über das Fahrzeug.

Von den GLE-Vorgängern hatte Mercedes seit 1997 insgesamt 1,6 Millionen Fahrzeuge verkauft.

«RX hat die Konkurrenz weiter im Rücken»

Im vergangenen Jahr war der RX von Lexus die Nummer eins unter 16 mittelgrossen Luxus-SUVs, die zusammen rund 25,6 Milliarden Dollar Umsatz generierten. Das zeigt eine Analyse von TrueCar Inc. Die M-Klasse erreichte Rang 4.

«RX hat die Konkurrenz weiter im Rücken», erklärt Jeff Schuster, Analyst bei LMC Automotive. Aber er erwartet, dass Lexus bei Luxus-SUVs die Nummer eins bleibt. «Lexus hat zur Schaffung des Segments beigetragen und ist noch immer mit Abstand der wichtigste Spieler. Wir erwarten, dass sich daran nichts ändern wird.»

(bloomberg/ccr)

 

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