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Smartcar 
Autobauer möchten mehr Internet-Autos verkaufen

Tesla: Beim amerikanischen Autohersteller ist die Internetanbindung dabei.  © Tesla Motors

Geht es nach dem Automobilindustrie Verband, sollen im Jahr 2016 ein Grossteil der Fahrzeuge mehr Kommunikationsmöglichkeiten bieten. Bis zum Ziel müssen einige Hindernisse überwindet werden.

Veröffentlicht 22.10.2014

Bisher gibt es nur wenige Modelle der Oberklasse, die sich mit dem Smartphone verbinden und dem Autofahrer mehr Informationen aus dem Internet zur Verfügung stellen. Nun möchte die deutsche Autobranche bis 2016 bei 80 Prozent der Neuwagen den Internetzugang zum Standart definieren. Das Zusammenwachsen von Fahrzeugen und Internet sei eine «Revolution im Auto», sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, am Montagabend vor Journalisten in Berlin. Dazu sind hohe Investitionen nötig.

Die Autoindustrie wolle in den kommenden Jahren 16 bis 18 Milliarden Euro investieren. Derzeit hätten 20 Prozent der Neuwagen einen Internetzugang, sagte VDA-Geschäftsführer Ulrich Eichhorn. Das «vernetzte und integrierte Auto» soll mit anderen Fahrzeugen und Internet-Diensten kommunizieren können. Die Vorteile liegen auf der Hand.

Entwicklung hin zum Smartcar

So soll etwa die Zahl der Unfälle sowie Staus vermindert werden können. Ausserdem könne das Auto mit Hilfe von Apps mit dem öffentlichen Nahverkehr, Mitfahrzentralen oder mit Taxifirmen verbunden werden. Die Autohersteller wollen sich zu «Mobilitätsdienstleistern» wandeln. Sie arbeiten dabei auch mit Internet-Konzernen wie Google zusammen. Google selbst wiederum entwickelt seit längerem selbst ein selbstfahrendes Auto.

Bis es aber auf den Strassen Roboter-Autos geben wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Wissmann sagte, er rechnet damit erst in den nächsten 15 Jahren. Dagegen werde ein «hochautomatisiertes Fahren», bei dem etwa das Auto im Stau selbst fährt, bereits im Jahr 2020 verbreitet sein.

App-Plattform auf Rädern

Das Volumen für Bauteile und Dienstleistungen rund um vernetzte Autos dürfte sich von heute 30 Milliarden Euro jährlich auf 170 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 fast versechsfachen, hatte die Managementberatung McKinsey Ende September prognostiziert. Dienste wie Echtzeit-Staumeldungen, lokale Tipps für günstiges Tanken und Parken oder Online-Musikkanäle verwandelten Autos in eine Art App-Plattform auf Rädern.

Softwaregiganten wie Apple und Google bieten den Automobilherstellern mit Carplay und Android Auto die Möglichkeit, die Smartphone-Funktionen ins Fahrzeug einzubinden. Bisher werden nur einzelne Modelle verkauft, die eine Integration unterstützen. In Zukunft werden die Fahrzeuge sicherlich noch etwas smarter, doch welche Lösungen sich dabei durchsetzen werden ist abzuwarten.

(Lukas Rohner mit Material von AWP)

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