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Verluste 
Starker Franken belastet Schweizer Unis

Starker Franken belastet Schweizer Unis
Viele Unis erhalten Forschungsgelder aus EU-Töpfen, die jetzt weniger wert sind. Keystone

Der starke Franken hat auch Auswirkungen auf die Schweizer Universitäten: Forschungsgelder aus der EU sind auf einen Schlag weniger wert. Nun müssen die Verluste beziffert werden.

Viele Unis erhalten üppige Forschungsgelder aus EU-Töpfen. Mit dem starken Franken sind diese plötzlich weniger wert. Die Uni Neuenburg hat bereits angekündigt, deswegen Projekte zu verkleinern. Andere Universitäten warten noch ab. Rund 12,6 Millionen Euro Forschungsgelder hat die Universität Basel letztes Jahr erhalten. Bleibt der Wechselkurs auf dem aktuellen Stand, verlöre die Uni in den nächsten fünf Jahren ungefähr 6 Millionen Franken, wie sie mitteilte.

Vorsichtiger klingt es bei der Uni Bern, die 2013 knapp 9,2 Millionen Franken an EU-Forschungsgeldern erhalten hat. «Wie hoch die tatsächlichen Verluste insgesamt sein werden, weiss man erst, wenn sämtliche Beiträge für die Projekte eingetroffen sind, die noch mit einem Kurs von 1,20 Franken und höher budgetiert wurden.» Wie sich der Euro-Kurs in den nächsten Jahren entwickle, sei nicht klar.

Hoffnung auf den Bund

An der Universität Genf sind rund 130 europäische Projekte betroffen. Die Uni setzte nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank eine «Task Force» ein, welche die Verluste berechnen soll. Die Zahlen sollen Anfang März vorliegen.

Die Uni Genf hofft auf Unterstützung vom Bund. Falls das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) nicht bald Massnahmen ergreife, müssten Forschungsprojekte verkleinert werden, warnte die Uni. Die Universität Neuenburg hat bereits angekündigt, dass Projekte, die nun eingereicht werden, redimensioniert werden müssten. Sie rechnet mit einem Verlust von 450'000 Franken.

ETH Lausanne erhält 50 Millionen Franken aus EU-Topf

Auch die ETH Lausanne (EPFL), die 2013 rund 50 Millionen Franken aus dem EU-Topf erhielt, ist wegen der Frankenstärke beunruhigt. Es sei jedoch noch zu früh, um einen allfälligen Verlust zu beziffern, hiess es. Bei der Uni Zürich waren ebenfalls keine Angaben erhältlich.

(sda/ccr)

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