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Hotellerie

Ex-Chef Reto Wittwer übernimmt ausgerechnet Kempinski-Hotel

Fast 20 Jahre lang war Reto Wittwer CEO der Luxushotelkette Kempinski, bis er in Ungande fiel. Nun übernimmt seine Firma SHS ausgerechnet ein Haus seines früheren Arbeitgebers.

Karen Merkel-Gyger

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Kempinski-Hotel Ajman in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Künftig firmiert es unter «Blazon Hotel». Keystone

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Der Justiz-Streit eskalierte – und fand dann doch ein friedliches Ende. Man einigte sich aussergerichtlich und Kempinski räumte ein, dass die im November 2015 per Medienmitteilung erhobenen Vorwürfe «bedauerlicherweise unglücklich waren und nicht hätten veröffentlicht werden sollen». Reto Wittwer war rehabilitiert.

Wittwer als Urgestein der Luxushotellerie

Für den heute 69-Jährigen war das öffentliche Tauziehen ein tiefer Fall: Als Urgestein der Luxushotellerie hatte er seit Jahrzehnten die Szenerie geprägt, in der Schweiz und international. In seiner Zeit als Chef von 1995 bis 2014 hat er die globale Verbreitung von Kempinski-Hotels angeführt.
Reto Wittwer
Reto Wittwer schafft Verbindungen: Sangay Choden Wangchuck, Königin Mutter von Bhutan und Stefan Roth, Bürgermeister von Luzern (Archivbild von 2015).Keystone
Reto Wittwer
Keystone
Der Tausendsassa bewegte sich in der Welt der Luxushotels wie nur wenige, spricht sieben Sprachen. Er besitzt einen französischen und einen Schweizer Pass. Seine Ausbildung genoss er einst an der renommierten Hotelfachschule in Lausanne.

Wittwers Firma übernimmt Kempinski-Haus

Jetzt startet der 69-Jährige neu durch. Wittwer hat die «Smart Hospitality Solution» (SHS) gegründet, eine Firma für Management und Investitionen mit Sitz in Dubai, wie «Bilanz» im Herbst berichtete. Er wolle mit den zwei Marken – Blazon im Luxussegment und Contempera im Viersternesektor – Hotels entwickeln, schwerpunktmässig in Afrika, dem Mittleren Osten und Asien, hiess es.

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Diese Taktik führt Wittwer nun zurück in vertraute Gefilde: SHS verleibt sich das Kempinski-Hotel Ajman in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein, wie das Branchenportal«CCP Luxury» berichtet. Künftig firmiert das Haus unter dem Namen «Blazon Hotel». Damit übernimmt Wittwer ausgerechnet ein Haus seines früheren Arbeitgebers, um diesen seinen eigenen Stempel aufzudrücken.
Die Kempinski-Gruppe betreibt 75 Fünfsterne-Häuser in 30 Ländern. Die Wurzeln der Firma liegen in Berlin, ihren Sitz hat sie in Genf. Mit dem Grand Hotel des Bains in St. Moritz, dem Grand Hôtel Kempinski und dem Le Mirador in Mont-Pèlerin VD ist Kempinski auch in der Schweiz vertreten.
Die besten Schweizer Ferienhotels 2017:Platz 10 (Vorjahr 8): Kulm Hotel St. Moritz, St. MoritzÜber 160 Jahre Geschichte sind in den Gebäuden spürbar, doch sind der Wellnessbereich mit dem grössten Hotelhallenbad der Schweiz und die alpin-modernen Zimmer im Neu-Kulm-Flügel ganz von heute. Der hauseigene Golfplatz mit Golfakademie liegt nah, und seit letztem Winter strahlt der Eispavillon mit dem «Kulm Country Club» in neuem Glanz. Kulm Hotel St. Moritz
Platz 9 (13): Villa Honegg, Ennetbürgen Wenn Investoren aus dem Nahen Osten Schweizer Hotels übernehmen und internationale Architekturbüros mit dem Umbau beauftragen, fehlt oft das Feingefühl für hiesige Gegebenheiten. Ganz anders in der Villa Honegg: Aus dem einfachen Alpendomizil haben der katarische Besitzer und der einheimische Gastgeber das charmanteste Luxushotel der Zentralschweiz und nebenbei zum Instagram-Hotspot gemacht. Villa Honegg
Platz 8 (11): The Chedi, AndermattDas Chedi ist mit seiner Symbiose aus alpinem Chic und asiatischer Grandezza eine Destination für sich. Die öffentlichen Räume präsentieren sich in tempelartigen Dimensionen, hochwertige Naturmaterialien und warmes Licht schaffen mondäne Behaglichkeit. Das Team um Jean-Yves Blatt vermittelt den Gästen das gute Gefühl, dass sie keinen anderen Gedanken haben als deren Wohlergehen.The Chedi
Platz 7 (5): Tschuggen Grand Hotel, ArosaDer erste Eindruck mag etwas hochhausig sein, doch den hat man beim Betreten der Lobby schon vergessen. Diese präsentiert sich als weitläufige Wohlfühlwelt mit flackerndem Kamin. Das farbenfrohe Hoteldekor steht in bewusstem Kontrast zum puristisch gestalteten Wellnessbereich, und der «Tschuggen Express» hievt die Gäste in drei Minuten vom Hotel zur Tschuggenhütte mitten im Ski- und Wandergebiet. Tschuggen Grand Hotel
Platz 6 (7): Eden Roc, AsconaDas Gebäude-Ensemble könnte genauso gut in Miami stehen – die Naturkulisse und das mediterrane Ambiente machen diesen Eindruck aber mehr als wett. Wo immer man sich im Eden Roc aufhält – vor einem glitzert der Lago Maggiore. Das flamboyante Innendesign mag nicht jedermanns Geschmack treffen, doch sind die Restaurants sowie das Spa- und Wassersportangebot top. Spezialwünsche werden zudem nie als Belästigung betrachtet.Eden Roc
Platz 5 (4): Suvretta House, St. MoritzDer kolossale Bau aus dem Jahr 1912 thront am Fuss des Suvrettahügels. Hier taucht man in eine Aura von Unwirklichkeit ein, streift durch Fluchten mit verschwenderischen Ausmassen. Dennoch ist das Lebensgefühl im Suvretta House unter der Leitung von Peter und Esther Egli schwereloser geworden, und die Sommeraktivitäten mit täglich fachkundig geführten Genuss- und Erlebnissportarten suchen seinesgleichen.Suvretta House
Platz 4 (2): Gstaad Palace, GstaadDer Alpenpalast ist eines der letzten inhabergeführten Luxushotels der Schweiz und bietet beste Voraussetzungen, damit man sich von der Gewöhnlichkeit dieser Welt erholen kann. Die Seele des Hauses, die familiäre Sorge ums Detail ist an allen Ecken und Enden spürbar. Im gastronomischen Bereich hat sich Besitzer Andrea Scherz zu lange auf den Lorbeeren ausgeruht, doch ist der Nachholbedarf erkannt. Gstaad Palace
Platz 3 (6): Riffelalp Resort 2222m, ZermattDie Luxus-Lodge bietet das ultimative Alpenerlebnis und ist einer jener raren Orte, an denen man sich vor der Welt verstecken und im Einklang mit der Natur fühlen kann. Soeben wurden alle Zimmer renoviert, geblieben ist die entspannte Atmosphäre ohne vornehmes Getue. Im Aussenpool schwimmt man direkt aufs Matterhorn zu, und im Winter kann man direkt vor dem Hotel die Skis anschnallen. Riffelalp Resort 2222m
Platz 2 (1): Castello del Sole, AsconaOhne im Castello del Sole gewesen zu sein, war man eigentlich nicht im Tessin – oder hat zumindest etwas Grossartiges verpasst. Kein anderes Hotel in der Schweiz vereint Natur und Luxus so harmonisch wie dieses, und bei allen Superlativen bezaubert es mit authentischem Tessiner Flair. Die Anlage mit Privatpark und eigenem Gutsbetrieb hat alles, was man sich von einem Ferienhotel nur wünschen kann. Castello del Sole
Platz 1 (3): The Alpina Gstaad, GstaadBesser als jedem anderen Ferienhotel glückt dem Primus eine Atmosphäre von Swissness auf höchstem Niveau, doch wird der Alpenstil der Chalet-artigen Zimmer immer auch wohltuend gebrochen, etwa durch die unterirdische Hotelzufahrt, das japanische Restaurant Megu oder das Six Senses Spa. Zudem gelingt dem Team der Drahtseilakt aus perfekt erbrachter Dienstleistung und legerem Lebensgefühl mühelos. The Alpina Gstaad
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Die besten Schweizer Ferienhotels 2017:Platz 10 (Vorjahr 8): Kulm Hotel St. Moritz, St. MoritzÜber 160 Jahre Geschichte sind in den Gebäuden spürbar, doch sind der Wellnessbereich mit dem grössten Hotelhallenbad der Schweiz und die alpin-modernen Zimmer im Neu-Kulm-Flügel ganz von heute. Der hauseigene Golfplatz mit Golfakademie liegt nah, und seit letztem Winter strahlt der Eispavillon mit dem «Kulm Country Club» in neuem Glanz. Kulm Hotel St. Moritz RMS

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