Florian Homm: Der Angeklagte ruft

Hedge-Fund-Manager Florian Homm spielt Verstecken mit Medien und glänzt als Abwesender im Strafprozess.

VonLeo Müller
17.11.2012

In Zürich verwaltete er seine Kundenvermögen, und im Zürcher Kaufleuten-Club wurde er vor fünf Jahren zuletzt gesehen. Seitdem galt er als verschollen. Nun meldet sich der gescheiterte Hedge-Fund-Manager Florian Homm mit einer konzertierten Medienkampagne zurück. Wie in einem James-Bond-Film dirigierte er Journalisten in ein Hotel in Paris, gab Kostproben altbekannter Sprüche («Ich bin ein Pitbull») und verschwand wieder. Zudem liefert er mit einem Buch den Stoff zu seiner Verteidigung. Und ein ­Internetblog trommelt für Homms Version der Pleite-Story, die von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht wird. «Mit der SEC wird sich mein Anwalt in den kommenden Wochen in Verbindung setzen und das Ganze aufklären», verspricht er.

Die SEC-Ermittler werden gespannt sein, und auch seine Gläubiger haben Fragen. Sie erlitten gesamthaft einen Verlust von mehr als 400 Millionen Dollar. Dabei wird es aber weniger um seine «germanischen Kriegergene» gehen und auch nicht darum, dass aus seiner Nase «der Kokainrotz lief», wie er im Buch enthüllt. Der SEC geht es vielmehr um den Verdacht des millionenschweren Börsenbetruges. Sie hegt den Verdacht, dass Homm den Schwindel orchestrierte. Die Kurse seiner Zielinvestments waren aufgepumpt, die Wertpapiere in Tat und Wahrheit wertlos.

Homm und seine Konsorten sollen ­allein im Untersuchungszeitraum zwischen September 2005 und September 2007 über 63 Millionen Dollar erbeutet und die Fonds-Performance um mindestens 440 Millionen übertrieben haben. Die SEC klagte Homm im Februar 2011 in Abwesenheit ein. Er stellte sich nicht. Im Strafverfahren werden seitdem laufend Beweismittel eingereicht, zuletzt am 31. Oktober die akribische Auflistung über Zahlungen an Homm. 24,8 Millionen Dollar soll er entnommen haben, inklusive Zinsen beziffert die SEC diese Schuld per 30. September auf 30,9 Millionen. Homm antwortete bis anhin nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das James-Bond-Spiel mit den deutschen Journalisten, die er zum klandestinen Interview empfing, hätte er sich auch sparen können. In den Gerichtsakten steht seine aktuelle Adresse: Florian Homm, 138 Ifield Road, London. 

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In Zürich verwaltete er seine Kundenvermögen, und im Zürcher Kaufleuten-Club wurde er vor fünf Jahren zuletzt gesehen. Seitdem galt er als verschollen. Nun meldet sich der gescheiterte Hedge-Fund-Manager Florian Homm mit einer konzertierten Medienkampagne zurück. Wie in einem James-Bond-Film dirigierte er Journalisten in ein Hotel in Paris, gab Kostproben altbekannter Sprüche («Ich bin ein Pitbull») und verschwand wieder. Zudem liefert er mit einem Buch den Stoff zu seiner Verteidigung. Und ein ­Internetblog trommelt für Homms Version der Pleite-Story, die von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht wird. «Mit der SEC wird sich mein Anwalt in den kommenden Wochen in Verbindung setzen und das Ganze aufklären», verspricht er.

Die SEC-Ermittler werden gespannt sein, und auch seine Gläubiger haben Fragen. Sie erlitten gesamthaft einen Verlust von mehr als 400 Millionen Dollar. Dabei wird es aber weniger um seine «germanischen Kriegergene» gehen und auch nicht darum, dass aus seiner Nase «der Kokainrotz lief», wie er im Buch enthüllt. Der SEC geht es vielmehr um den Verdacht des millionenschweren Börsenbetruges. Sie hegt den Verdacht, dass Homm den Schwindel orchestrierte. Die Kurse seiner Zielinvestments waren aufgepumpt, die Wertpapiere in Tat und Wahrheit wertlos.

Homm und seine Konsorten sollen ­allein im Untersuchungszeitraum zwischen September 2005 und September 2007 über 63 Millionen Dollar erbeutet und die Fonds-Performance um mindestens 440 Millionen übertrieben haben. Die SEC klagte Homm im Februar 2011 in Abwesenheit ein. Er stellte sich nicht. Im Strafverfahren werden seitdem laufend Beweismittel eingereicht, zuletzt am 31. Oktober die akribische Auflistung über Zahlungen an Homm. 24,8 Millionen Dollar soll er entnommen haben, inklusive Zinsen beziffert die SEC diese Schuld per 30. September auf 30,9 Millionen. Homm antwortete bis anhin nicht. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Das James-Bond-Spiel mit den deutschen Journalisten, die er zum klandestinen Interview empfing, hätte er sich auch sparen können. In den Gerichtsakten steht seine aktuelle Adresse: Florian Homm, 138 Ifield Road, London. 

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