Die 300 Reichsten der Schweiz 2011

Die Schuldenkrise hat die 300 Reichsten der Schweiz noch nicht eingeholt. Ihre Vermögen sind 2011 um 11 Milliarden Franken gewachsen. Zusammen besitzen sie 481 Milliarden Franken. Damit nennt jeder der Superreichen im Durchschnitt 1604 Millionen Franken sein Eigen. In diesem Jahr werden 16 neue Reichste aufgeführt. Mit zwei Ausnahmen sind sie aus dem Ausland zugezogen.

01.12.2011

Sperrfrist: Freigegeben ab Freitag, 2. Dezember 2011, 05.00 Uhr
 

Europa ächzt unter der Schuldenkrise, in der Schweiz frisst der starke Franken die Gewinnmargen der Exportwirtschaft auf, die Aktienmärkte stehen unter Druck. In der Vermögenslage der 300 Reichsten der Schweiz macht sich dies noch nicht bemerkbar. Sie profitieren von einem starken Immobilienmarkt, der hohen Nachfrage nach Luxusgütern sowie dem Boom im Kunstmarkt. Die Vermögen der 300 Reichsten sind in diesem Jahr um 11 Milliarden Franken gestiegen. Zusammen besitzen sie 481 Milliarden Franken. Das ist der zweithöchste Vermögensstand seit 23 Jahren. So lange fühlt BILANZ den in der Schweiz wohnenden Reichsten bereits auf den Zahn. Nur 2007 lagen mit 529 Milliarden noch mehr im Topf.

Der Reichste aller 300 Reichsten ist, und dies bereits im zehnten Jahr, der im Welschland lebende Schwede Ingvar Kamprad. Sein Möbelhaus Ikea sowie weitere Assets sind 35 bis 36 Milliarden Franken wert. An zweiter Stelle stehen die Familien Hoffmann und Oeri, die dank ihrer Roche-Beteiligung 13 bis 14 Milliarden besitzen. Platz drei belegen mit 12 bis 13 Milliarden die C&A-Textilhändler Brenninkmeijer.

Der diesjährige Zuwachs ist zu einem wesentlichen Teil jenen 16 Personen oder Familien zuzuschreiben, die neu unter den 300 Reichsten aufgeführt sind. Sie besitzen ein Vermögen von jeweils mindestens 100 Millionen Franken; so viel ist nötig, um in die Liste Einlass zu finden. Von den 16 Neuzugängen, die es zusammen auf ein Vermögen von 26,1 Milliarden Franken bringen, sind 14 aus dem Ausland zugezogen. Die Schweiz übt also gerade im aktuellen Umfeld der Schuldenkrise eine unverändert hohe Anziehungskraft auf ausländische Vermögende aus.

Von den 16 Neuen hat knapp ein Drittel seinen Reichtum der Baarer Firma Glencore zu verdanken. Der Börsengang des Rohstoffgiganten brachte mit Daniel Maté, Aristotelis Mistakidis und Tor Peterson drei neue Milliardäre hervor. Auch der Schweizer Christian Wolfensberger, Glencore-Händler und Ehemann der einstigen Miss Schweiz Fiona Hefti, kann sich mit 800 bis 900 Millionen Franken nicht beklagen. Der mit 5 bis 6 Milliarden Franken reichste Zuzügler heisst James Ratcliffe; der Brite hat den Chemiekonzern Ineos gegründet. Neu geführt in der Liste der reichsten Manager wird Peter Brabeck-Letmathe; der Nestlé-Präsident gehört seit Jahren zu den bestbezahlten Führungskräften in der Schweiz.

Von den 300 Reichsten haben in diesem Jahr deren 39 an Vermögen verloren, 28 vermochten zuzulegen. Am meisten gewonnen hat, zumindest auf dem Papier, Glencore-CEO Ivan Glasenberg. Vor einem Jahr schätzte BILANZ seinen Anteil am Rohstoffkonzern auf zwei bis drei Prozent; der Emissionsprospekt förderte 15,8 Prozent zutage. Womit der Bürger von Rüschlikon ZH gegen fünf Milliarden mehr an Vermögen besitzt. Um drei Milliarden reicher geworden ist Hansjörg Wyss dank dem lukrativen Verkauf seiner Synthes-Gruppe. Kräftige Wohlstandsvermehrungen im Milliardenbereich wurden auch beim Russen Vasily Anisimov, dem Bierbaron Jorge Lemann oder bei Investor Viktor Vekselberg registriert.

Die Liste der Verlierer wird angeführt von Ingvar Kamprad, dem der schwache Euro drei Milliarden Franken weggebrannt hat. Im Gefolge der nachgebenden Börsen eine Milliarde und mehr verloren haben die Familie Peugeot, Otto Beisheim oder Klaus-Michael Kühne.

Reichste 2011 – Zahlen und Fakten

Gesamtvermögen der 300 Reichsten: 481 Milliarden Franken. Jeder Reichste besitzt im Durchschnitt 1604 Millionen Franken.

Entwicklung der Vermögen: Die 300 Reichsten sind 2011 um 11 Milliarden Franken reicher geworden. Bereits 2010 gewannen sie 21 Milliarden an Vermögen, während die beiden Jahre davor ihren Besitzstand massiv schmälerten.

Schöner Weihnachtsbonus: Würde das Vermögen der 300 Reichsten von 481 Milliarden Franken auf die Bevölkerung aufgeteilt, erhielte jeder Bewohner der Schweiz 60’900 Franken ausbezahlt.

Schuldentilgung: Mit dem Vermögen der 300 Reichsten von 481 Milliarden Franken liessen sich die drückenden Schulden Griechenlands problemlos tilgen, ja es blieben noch einige Dutzend Milliarden übrig.

23 Jahre Reichste: Als BILANZ 1989 erstmals die Reichstenliste publizierte, besassen die damals erfassten 100 Allerreichsten zusammen 66 Milliarden Franken. Heute verfügen die 100 Reichsten über 385 Milliarden, was innert 23 Jahren einer Zunahme auf das 5,8fache entspricht.

Die zehn Reichsten: Die Top Ten in der Reichstenliste haben in diesem Jahr 1 Milliarde Franken dazugewonnen, sie besitzen zusammen 120 Milliarden. Drei Prozent der Reichsten halten damit ein Viertel des Gesamtvermögens aller 300 Reichsten.

Der Reichste der Reichsten: Ikea-Möbelhändler Ingvar Kamprad hält seit zehn Jahren die Spitze der 300 Reichsten. 2011 hat ihm die Euroschwäche zwar 3 Milliarden Franken weggebrannt, und Kamprad ist damit der grösste Absteiger. Mit einem Vermögen von 35 bis 36 Milliarden hat er jedoch immer noch reichlich.

Der grösste Aufsteiger: Der Glencore-Emissionsprospekt hat es an den Tag gebracht: CEO Ivan Glasenberg hält mit 15,8 Prozent einen weitaus höheren Anteil als bisher geschätzt. Womit sein Vermögen um gegen 5 Milliarden auf 6 bis 7 Milliarden Franken angeschwollen ist.

Die jüngste Reichste: Athina Onassis ist gerade mal 26 Jahre alt. Europas Schuldenkrise hat ihr Vermögen – teilweise noch von Grossvater und Reeder Aristoteles Onassis in griechischen Heimathäfen an die Ankerkette gelegt – um ein Drittel auf 2 bis 3 Milliarden Franken geschmälert.

Der älteste Reichste: Am 13. September ist Walter Haefner, dank Autohandel und der Beteiligung an der US-Softwarefirma CA zu 6 bis 7 Milliarden Vermögen gekommen, 101 Jahre alt geworden.

Die neuen Reichsten: In diesem Jahr werden 16 neue Reichste in der Liste aufgeführt. Die Debütanten besitzen zusammen 26,1 Milliarden Franken.

Die Milliardäre unter den Reichsten: Von den 300 Reichsten besitzen deren 121 eine Milliarde Franken und mehr. Weltweit lebt jeder zehnte Milliardär in der Schweiz. Nur in den USA wohnen mehr Milliardäre.

Reichste Ausländer: Beinahe jeder zweite der 300 Reichsten ist ein Wahlschweizer. Vor allem den deutschen Superreichen behagt das (Steuer-)Klima in der Schweiz.

Weggezogen: Seine Koffer mitsamt Vermögen von 7 bis 8 Milliarden Franken gepackt hat der Russe Dmitry Rybolovlev. In Genf wird gemunkelt, sein überstürzter Wegzug sei eine Folge der Scheidungsklage seiner Ex.

Reichste 2011 – 16 neue Namen

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Reichste 2011 – Regionen

Region Basel
Nach drei Jahren der fortwährenden Erosion vermochte sich das Vermögen der Familien Hoffmann und Oeri zu stabilisieren. Der Börsenwert ihrer Mehrheitsbeteiligung am Basler Pharmakonzern Roche war zwar starken Ausschlägen unterworfen, hat sich aber letztendlich gegenüber dem Kurs vor zwölf Monaten nicht verändert. Mit einem für 2011 geschätzten Vermögen von 13 bis 14 Milliarden Franken stehen die Roche-Erben an zweiter Stelle unter den 300 Reichsten der Schweiz. Auch sind sie damit die klare Nummer eins in der Region Basel.

Auf Rang zwei unter den Reichsten der Region liegt Esther Grether: Die angesehene Kunstsammlerin und Besitzerin des Kosmetika- und Pharmazeutika-Grosshändlers Doetsch Grether nennt ein Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken ihr Eigen. An dritter Stelle folgen mit je 1 bis 1,5 Milliarden Franken die Familie Endress von der gleichnamigen Mess- und Prozesstechnikfirma sowie die Familie Schneider, welche die Davidoff-Gruppe kontrolliert, die im Tabak- und Luxusgütergeschäft aktiv ist.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 16 in der Region Basel wohnhaft. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf 23 Milliarden Franken.

Region Bern
Ein unverändertes Vermögen von 10 bis 11 Milliarden Franken besitzt die Familie Bertarelli, die einen guten Teil des Jahres in Gstaad wohnt. Unter den 300 Reichsten halten die Bertarellis, die mit dem Verkauf des Biopharmakonzerns Serono zu Reichtum gekommen sind, Rang vier; in der Region Bern sind sie wie schon im Vorjahr die Reichsten. Auf dem zweiten Platz liegt der in den USA lebende gebürtige Berner Hansjörg Wyss; mit dem Verkauf seiner Synthes-Gruppe an den US-Konzern Johnson & Johnson konnte er drei Milliarden mehr einstreichen und kontrolliert heute ein Vermögen von 9 bis 10 Milliarden Franken. Mit je 3 bis 4 Milliarden auf Rang drei zu finden sind Baumarktbesitzer Heinz Baus, Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone sowie Investor Curt Engelhorn.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 23 im Kanton Bern wohnhaft. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf 41,9 Milliarden Franken. Aus der Liste gestrichen wurden die Erben Springer sowie der Reeder Christian Ahrenkiel.

Region Ostschweiz
Wie schon im Vorjahr ist die Familie August von Finck, die Herren auf Schloss Weinfelden im Thurgau, mit einem Vermögen von 5 bis 6 Milliarden Franken reichster Vertreter der Ostschweiz. Doch seit diesem Jahr besitzt eine weitere Person in der Region gleich viel: Charlene de Carvalho-Heineken. Die Brauereierbin hat ihren Wohnsitz, amtlich beglaubigt, ins Oberengadin nach St. Moritz verschoben. Dagegen bleibt die L’Arche Holding, Steuerzentrale des holländischen Biermultis Heineken, im Wallis. Auf Rang zwei mit 4 bis 5 Milliarden folgt Karl-Heinz Kipp (GR), Besitzer von Luxushotels wie Tschuggen in Arosa, Eden Roc in Ascona oder Carlton in St. Moritz. Den dritten Platz belegt Thomas Schmidheiny (SG); er hat wegen der Kurseinbussen seiner Anteile am Zementkonzern Holcim 1 Milliarde Franken verloren, besitzt mit einem Vermögen von 3 bis 4 Milliarden Franken jedoch immer noch reichlich.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 37 in der Region Ostschweiz wohnhaft, davon 17 im Kanton Graubünden, 9 im Kanton St. Gallen sowie 6 im Thurgau. Zusammen besitzen sie ein Vermögen von 48,3 Milliarden Franken. Neu in die Reichstenliste aufgenommen wurde der in St. Moritz lebende Thomas Flohr. Der Betreiber der Luxus-Airline VistaJet, die über eine Flotte von 31 Flugzeugen verfügt, hat ein geschätztes Vermögen von 600 bis 700 Millionen Franken.

Region Zentralschweiz
Die Reichsten in der Region Zentralschweiz sind seit mehreren Jahren die Familie Brenninkmeijer, von der der wichtigste Familienzweig im Kanton Zug wohnt. Die C&A-Textildynastie mit mächtigen Vermögenswerten auch im Energie- und Immobiliengeschäft hält ein Vermögen von geschätzten 12 bis 13 Milliarden Franken. Auf Platz zwei zu finden ist Viktor Vekselberg, der 10 bis 11 Milliarden Franken sein Eigen nennt. Der russische Investor ist vor einigen Monaten in die Zuger Gemeinde Oberwil gezogen. Klaus-Michael Kühne (SZ) hat zwar wegen nachgebender Aktienkurse seines von ihm beherrschten Logistikunternehmens Kühne + Nagel eine Milliarde verloren; das verbliebene Vermögen von 6 bis 7 Milliarden Franken reicht jedoch locker für Platz drei.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 59 in der Region Zentralschweiz wohnhaft, davon 20 im Kanton Zug, 13 im Kanton Luzern und 18 im Kanton Schwyz. Ihr Gesamtvermögen stellt sich auf 93,5 Milliarden Franken. Die Region hat gewichtigen Zuzug an frischen Reichsten bekommen. Neu in die Liste aufgenommen wurden mit je 2 bis 3 Milliarden Franken Aristotelis Mistakidis (ZG) und Tor Peterson (ZG) sowie Daniel Maté (SZ) und Steven Kalmin (SZ). Diese vier sind dank dem Börsengang des Baarer Konzerns Glencore zu beträchtlichem Reichtum gekommen. Neu mit Wohnsitz im Kanton Nidwalden aufgeführt wird der deutsche Johannes Zwick (100 bis 200 Millionen); er unterhält von der Ostsee bis nach Österreich einen blühenden Kurbetrieb mit Fachkliniken und Wellness-Hotels.

Region Zürich
Bewegung an der Spitze der Allerreichsten im Kanton Zürich. An erster Stelle steht Jorge Lemann, Brasilianer mit Wurzeln im Emmental und (Teil-)Wohnsitz in Zürich; auf seine blickdicht verpackte Beteiligung am weltgrössten Bierkonzern AB InBev ist ein neuer Lichtstrahl gefallen und hat einen noch höheren Anteil offenbart, worauf sein Vermögen um 2 Milliarden aufschäumte auf 8 bis 9 Milliarden Franken. Rang zwei halten mit je 6 bis 7 Milliarden Franken Walter Haefner, grösster Autohändler der Schweiz, sowie der Rohstoffhändler Ivan Glasenberg. Bei Glasenberg deckte der Börsengang von Glencore auf, dass der CEO ein weitaus höheres Aktienpaket hält als bislang geschätzt.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 61 in der Region Zürich wohnhaft. Zusammen besitzen sie ein Vermögen von 71,2 Milliarden Franken. Neu auf der Liste der im Kanton wohnhaften Reichsten aufgeführt sind die Familie Vaillant (700 bis 800 Millionen Franken), Esprit-Mitaktionär Jürgen Friedrich (100 bis 200 Millionen) sowie der deutsche Pharma-Erbe Philipp Boehringer (1 bis 1,5 Milliarden). Ein prominenter Neuling ist Christian Wolfensberger; der Zürcher, der sich bei der Baarer Firma Glencore ein Vermögen von 800 bis 900 Millionen Franken einhandelte, ist Ehemann der ehemaligen Miss Schweiz Fiona Hefti

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Europa ächzt unter der Schuldenkrise, in der Schweiz frisst der starke Franken die Gewinnmargen der Exportwirtschaft auf, die Aktienmärkte stehen unter Druck. In der Vermögenslage der 300 Reichsten der Schweiz macht sich dies noch nicht bemerkbar. Sie profitieren von einem starken Immobilienmarkt, der hohen Nachfrage nach Luxusgütern sowie dem Boom im Kunstmarkt. Die Vermögen der 300 Reichsten sind in diesem Jahr um 11 Milliarden Franken gestiegen. Zusammen besitzen sie 481 Milliarden Franken. Das ist der zweithöchste Vermögensstand seit 23 Jahren. So lange fühlt BILANZ den in der Schweiz wohnenden Reichsten bereits auf den Zahn. Nur 2007 lagen mit 529 Milliarden noch mehr im Topf.

Der Reichste aller 300 Reichsten ist, und dies bereits im zehnten Jahr, der im Welschland lebende Schwede Ingvar Kamprad. Sein Möbelhaus Ikea sowie weitere Assets sind 35 bis 36 Milliarden Franken wert. An zweiter Stelle stehen die Familien Hoffmann und Oeri, die dank ihrer Roche-Beteiligung 13 bis 14 Milliarden besitzen. Platz drei belegen mit 12 bis 13 Milliarden die C&A-Textilhändler Brenninkmeijer.

Der diesjährige Zuwachs ist zu einem wesentlichen Teil jenen 16 Personen oder Familien zuzuschreiben, die neu unter den 300 Reichsten aufgeführt sind. Sie besitzen ein Vermögen von jeweils mindestens 100 Millionen Franken; so viel ist nötig, um in die Liste Einlass zu finden. Von den 16 Neuzugängen, die es zusammen auf ein Vermögen von 26,1 Milliarden Franken bringen, sind 14 aus dem Ausland zugezogen. Die Schweiz übt also gerade im aktuellen Umfeld der Schuldenkrise eine unverändert hohe Anziehungskraft auf ausländische Vermögende aus.

Von den 16 Neuen hat knapp ein Drittel seinen Reichtum der Baarer Firma Glencore zu verdanken. Der Börsengang des Rohstoffgiganten brachte mit Daniel Maté, Aristotelis Mistakidis und Tor Peterson drei neue Milliardäre hervor. Auch der Schweizer Christian Wolfensberger, Glencore-Händler und Ehemann der einstigen Miss Schweiz Fiona Hefti, kann sich mit 800 bis 900 Millionen Franken nicht beklagen. Der mit 5 bis 6 Milliarden Franken reichste Zuzügler heisst James Ratcliffe; der Brite hat den Chemiekonzern Ineos gegründet. Neu geführt in der Liste der reichsten Manager wird Peter Brabeck-Letmathe; der Nestlé-Präsident gehört seit Jahren zu den bestbezahlten Führungskräften in der Schweiz.

Von den 300 Reichsten haben in diesem Jahr deren 39 an Vermögen verloren, 28 vermochten zuzulegen. Am meisten gewonnen hat, zumindest auf dem Papier, Glencore-CEO Ivan Glasenberg. Vor einem Jahr schätzte BILANZ seinen Anteil am Rohstoffkonzern auf zwei bis drei Prozent; der Emissionsprospekt förderte 15,8 Prozent zutage. Womit der Bürger von Rüschlikon ZH gegen fünf Milliarden mehr an Vermögen besitzt. Um drei Milliarden reicher geworden ist Hansjörg Wyss dank dem lukrativen Verkauf seiner Synthes-Gruppe. Kräftige Wohlstandsvermehrungen im Milliardenbereich wurden auch beim Russen Vasily Anisimov, dem Bierbaron Jorge Lemann oder bei Investor Viktor Vekselberg registriert.

Die Liste der Verlierer wird angeführt von Ingvar Kamprad, dem der schwache Euro drei Milliarden Franken weggebrannt hat. Im Gefolge der nachgebenden Börsen eine Milliarde und mehr verloren haben die Familie Peugeot, Otto Beisheim oder Klaus-Michael Kühne.

Reichste 2011 – Zahlen und Fakten

Gesamtvermögen der 300 Reichsten: 481 Milliarden Franken. Jeder Reichste besitzt im Durchschnitt 1604 Millionen Franken.

Entwicklung der Vermögen: Die 300 Reichsten sind 2011 um 11 Milliarden Franken reicher geworden. Bereits 2010 gewannen sie 21 Milliarden an Vermögen, während die beiden Jahre davor ihren Besitzstand massiv schmälerten.

Schöner Weihnachtsbonus: Würde das Vermögen der 300 Reichsten von 481 Milliarden Franken auf die Bevölkerung aufgeteilt, erhielte jeder Bewohner der Schweiz 60’900 Franken ausbezahlt.

Schuldentilgung: Mit dem Vermögen der 300 Reichsten von 481 Milliarden Franken liessen sich die drückenden Schulden Griechenlands problemlos tilgen, ja es blieben noch einige Dutzend Milliarden übrig.

23 Jahre Reichste: Als BILANZ 1989 erstmals die Reichstenliste publizierte, besassen die damals erfassten 100 Allerreichsten zusammen 66 Milliarden Franken. Heute verfügen die 100 Reichsten über 385 Milliarden, was innert 23 Jahren einer Zunahme auf das 5,8fache entspricht.

Die zehn Reichsten: Die Top Ten in der Reichstenliste haben in diesem Jahr 1 Milliarde Franken dazugewonnen, sie besitzen zusammen 120 Milliarden. Drei Prozent der Reichsten halten damit ein Viertel des Gesamtvermögens aller 300 Reichsten.

Der Reichste der Reichsten: Ikea-Möbelhändler Ingvar Kamprad hält seit zehn Jahren die Spitze der 300 Reichsten. 2011 hat ihm die Euroschwäche zwar 3 Milliarden Franken weggebrannt, und Kamprad ist damit der grösste Absteiger. Mit einem Vermögen von 35 bis 36 Milliarden hat er jedoch immer noch reichlich.

Der grösste Aufsteiger: Der Glencore-Emissionsprospekt hat es an den Tag gebracht: CEO Ivan Glasenberg hält mit 15,8 Prozent einen weitaus höheren Anteil als bisher geschätzt. Womit sein Vermögen um gegen 5 Milliarden auf 6 bis 7 Milliarden Franken angeschwollen ist.

Die jüngste Reichste: Athina Onassis ist gerade mal 26 Jahre alt. Europas Schuldenkrise hat ihr Vermögen – teilweise noch von Grossvater und Reeder Aristoteles Onassis in griechischen Heimathäfen an die Ankerkette gelegt – um ein Drittel auf 2 bis 3 Milliarden Franken geschmälert.

Der älteste Reichste: Am 13. September ist Walter Haefner, dank Autohandel und der Beteiligung an der US-Softwarefirma CA zu 6 bis 7 Milliarden Vermögen gekommen, 101 Jahre alt geworden.

Die neuen Reichsten: In diesem Jahr werden 16 neue Reichste in der Liste aufgeführt. Die Debütanten besitzen zusammen 26,1 Milliarden Franken.

Die Milliardäre unter den Reichsten: Von den 300 Reichsten besitzen deren 121 eine Milliarde Franken und mehr. Weltweit lebt jeder zehnte Milliardär in der Schweiz. Nur in den USA wohnen mehr Milliardäre.

Reichste Ausländer: Beinahe jeder zweite der 300 Reichsten ist ein Wahlschweizer. Vor allem den deutschen Superreichen behagt das (Steuer-)Klima in der Schweiz.

Weggezogen: Seine Koffer mitsamt Vermögen von 7 bis 8 Milliarden Franken gepackt hat der Russe Dmitry Rybolovlev. In Genf wird gemunkelt, sein überstürzter Wegzug sei eine Folge der Scheidungsklage seiner Ex.

Reichste 2011 – 16 neue Namen

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Reichste 2011 – Regionen

Region Basel
Nach drei Jahren der fortwährenden Erosion vermochte sich das Vermögen der Familien Hoffmann und Oeri zu stabilisieren. Der Börsenwert ihrer Mehrheitsbeteiligung am Basler Pharmakonzern Roche war zwar starken Ausschlägen unterworfen, hat sich aber letztendlich gegenüber dem Kurs vor zwölf Monaten nicht verändert. Mit einem für 2011 geschätzten Vermögen von 13 bis 14 Milliarden Franken stehen die Roche-Erben an zweiter Stelle unter den 300 Reichsten der Schweiz. Auch sind sie damit die klare Nummer eins in der Region Basel.

Auf Rang zwei unter den Reichsten der Region liegt Esther Grether: Die angesehene Kunstsammlerin und Besitzerin des Kosmetika- und Pharmazeutika-Grosshändlers Doetsch Grether nennt ein Vermögen von 1,5 bis 2 Milliarden Franken ihr Eigen. An dritter Stelle folgen mit je 1 bis 1,5 Milliarden Franken die Familie Endress von der gleichnamigen Mess- und Prozesstechnikfirma sowie die Familie Schneider, welche die Davidoff-Gruppe kontrolliert, die im Tabak- und Luxusgütergeschäft aktiv ist.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 16 in der Region Basel wohnhaft. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf 23 Milliarden Franken.

Region Bern
Ein unverändertes Vermögen von 10 bis 11 Milliarden Franken besitzt die Familie Bertarelli, die einen guten Teil des Jahres in Gstaad wohnt. Unter den 300 Reichsten halten die Bertarellis, die mit dem Verkauf des Biopharmakonzerns Serono zu Reichtum gekommen sind, Rang vier; in der Region Bern sind sie wie schon im Vorjahr die Reichsten. Auf dem zweiten Platz liegt der in den USA lebende gebürtige Berner Hansjörg Wyss; mit dem Verkauf seiner Synthes-Gruppe an den US-Konzern Johnson & Johnson konnte er drei Milliarden mehr einstreichen und kontrolliert heute ein Vermögen von 9 bis 10 Milliarden Franken. Mit je 3 bis 4 Milliarden auf Rang drei zu finden sind Baumarktbesitzer Heinz Baus, Formel-1-Impresario Bernie Ecclestone sowie Investor Curt Engelhorn.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 23 im Kanton Bern wohnhaft. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich auf 41,9 Milliarden Franken. Aus der Liste gestrichen wurden die Erben Springer sowie der Reeder Christian Ahrenkiel.

Region Ostschweiz
Wie schon im Vorjahr ist die Familie August von Finck, die Herren auf Schloss Weinfelden im Thurgau, mit einem Vermögen von 5 bis 6 Milliarden Franken reichster Vertreter der Ostschweiz. Doch seit diesem Jahr besitzt eine weitere Person in der Region gleich viel: Charlene de Carvalho-Heineken. Die Brauereierbin hat ihren Wohnsitz, amtlich beglaubigt, ins Oberengadin nach St. Moritz verschoben. Dagegen bleibt die L’Arche Holding, Steuerzentrale des holländischen Biermultis Heineken, im Wallis. Auf Rang zwei mit 4 bis 5 Milliarden folgt Karl-Heinz Kipp (GR), Besitzer von Luxushotels wie Tschuggen in Arosa, Eden Roc in Ascona oder Carlton in St. Moritz. Den dritten Platz belegt Thomas Schmidheiny (SG); er hat wegen der Kurseinbussen seiner Anteile am Zementkonzern Holcim 1 Milliarde Franken verloren, besitzt mit einem Vermögen von 3 bis 4 Milliarden Franken jedoch immer noch reichlich.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 37 in der Region Ostschweiz wohnhaft, davon 17 im Kanton Graubünden, 9 im Kanton St. Gallen sowie 6 im Thurgau. Zusammen besitzen sie ein Vermögen von 48,3 Milliarden Franken. Neu in die Reichstenliste aufgenommen wurde der in St. Moritz lebende Thomas Flohr. Der Betreiber der Luxus-Airline VistaJet, die über eine Flotte von 31 Flugzeugen verfügt, hat ein geschätztes Vermögen von 600 bis 700 Millionen Franken.

Region Zentralschweiz
Die Reichsten in der Region Zentralschweiz sind seit mehreren Jahren die Familie Brenninkmeijer, von der der wichtigste Familienzweig im Kanton Zug wohnt. Die C&A-Textildynastie mit mächtigen Vermögenswerten auch im Energie- und Immobiliengeschäft hält ein Vermögen von geschätzten 12 bis 13 Milliarden Franken. Auf Platz zwei zu finden ist Viktor Vekselberg, der 10 bis 11 Milliarden Franken sein Eigen nennt. Der russische Investor ist vor einigen Monaten in die Zuger Gemeinde Oberwil gezogen. Klaus-Michael Kühne (SZ) hat zwar wegen nachgebender Aktienkurse seines von ihm beherrschten Logistikunternehmens Kühne + Nagel eine Milliarde verloren; das verbliebene Vermögen von 6 bis 7 Milliarden Franken reicht jedoch locker für Platz drei.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 59 in der Region Zentralschweiz wohnhaft, davon 20 im Kanton Zug, 13 im Kanton Luzern und 18 im Kanton Schwyz. Ihr Gesamtvermögen stellt sich auf 93,5 Milliarden Franken. Die Region hat gewichtigen Zuzug an frischen Reichsten bekommen. Neu in die Liste aufgenommen wurden mit je 2 bis 3 Milliarden Franken Aristotelis Mistakidis (ZG) und Tor Peterson (ZG) sowie Daniel Maté (SZ) und Steven Kalmin (SZ). Diese vier sind dank dem Börsengang des Baarer Konzerns Glencore zu beträchtlichem Reichtum gekommen. Neu mit Wohnsitz im Kanton Nidwalden aufgeführt wird der deutsche Johannes Zwick (100 bis 200 Millionen); er unterhält von der Ostsee bis nach Österreich einen blühenden Kurbetrieb mit Fachkliniken und Wellness-Hotels.

Region Zürich
Bewegung an der Spitze der Allerreichsten im Kanton Zürich. An erster Stelle steht Jorge Lemann, Brasilianer mit Wurzeln im Emmental und (Teil-)Wohnsitz in Zürich; auf seine blickdicht verpackte Beteiligung am weltgrössten Bierkonzern AB InBev ist ein neuer Lichtstrahl gefallen und hat einen noch höheren Anteil offenbart, worauf sein Vermögen um 2 Milliarden aufschäumte auf 8 bis 9 Milliarden Franken. Rang zwei halten mit je 6 bis 7 Milliarden Franken Walter Haefner, grösster Autohändler der Schweiz, sowie der Rohstoffhändler Ivan Glasenberg. Bei Glasenberg deckte der Börsengang von Glencore auf, dass der CEO ein weitaus höheres Aktienpaket hält als bislang geschätzt.

Von den 300 Reichsten der Schweiz, so geht aus der neusten goldenen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins BILANZ hervor, sind 61 in der Region Zürich wohnhaft. Zusammen besitzen sie ein Vermögen von 71,2 Milliarden Franken. Neu auf der Liste der im Kanton wohnhaften Reichsten aufgeführt sind die Familie Vaillant (700 bis 800 Millionen Franken), Esprit-Mitaktionär Jürgen Friedrich (100 bis 200 Millionen) sowie der deutsche Pharma-Erbe Philipp Boehringer (1 bis 1,5 Milliarden). Ein prominenter Neuling ist Christian Wolfensberger; der Zürcher, der sich bei der Baarer Firma Glencore ein Vermögen von 800 bis 900 Millionen Franken einhandelte, ist Ehemann der ehemaligen Miss Schweiz Fiona Hefti

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