Weinbrand: Der Geist der Frauen

US-Rapper machen ihn zum Kultgetränk, Asiaten fliegen auf ihn – und die Absatzzahlen bescheren den Produzenten fast schon Rauschzustände: ­Cognac ist heute wieder in. Dazu haben drei Frauen erheblich beigetragen.

VonBrigitte Jurczyk
11.11.2012

Madame Trichets Arbeitsplatz ist kein sinnlicher Ort: ein kleiner, schlichter Raum im Erdgeschoss, mit Tageslicht und Regalen voller Flaschen. In der Mitte des Zimmers ein Tresen mit Gläsern, Reagenzgläsern und -kolben, die mit goldener, brauner und bernsteinfarbener Flüssigkeit gefüllt sind. Seit 2003 steht die kleine, rundliche Frau mit dem Jungmädchen-Charme an diesem Platz und sorgt dafür, dass Cognac-Trinker in aller Welt glücklich werden.

Pierrette Trichet ist die «Nase» von Rémy Martin, einem der ganz grossen Player im Geschäft mit dem Genussstoff namens Cognac. Die Nummer zwei, knapp hinter Hennessy, was den Absatz des flüssigen Goldes weltweit anbelangt. In Frankreich steht das Haus mit dem prächtigen Stammsitz im westfranzösischen Cognac sogar an erster Stelle. In diesem schmucklosen Laborraum mixt die 59-Jährige verschiedene Weinbrände ­zusammen – aus verschiedenen Lagen und von unterschiedlichem Alter. Aus rund 600 Blends kann sie wählen. Jahrgangs-Cognacs gibt es so gut wie gar nicht. Es ist immer eine Komposition mehrerer Destillate, die mit Erfahrung, Präzision und viel Eingebung kreiert wird. Dafür muss man ein Händchen haben, oder besser: eine feine Nase. Die hat Pierrette Trichet und dazu viel Spass an dem subtilen Zusammenspiel der Aromen, die da zu einem grossartigen Gebilde zusammengesetzt werden, zur Assemblage oder Vermählung, wie man in Fachkreisen sagt.

Madame ist eine Künstlerin, auch wenn sie das mit ihrer ­bodenständigen Art weit von sich weisen würde. Sie nennt sich schlicht Maître de Chai und ist damit eine der ganz wenigen Kellermeisterinnen im Cognac. «Die Welt des Cognacs ist maskulin, und es gab nicht wenige, die überrascht waren, mich in dieser Position zu sehen!», erzählt die im dunkelblauen Blazer elegant gekleidete Dame mit tiefer Stimme. Sie hat sich trotzdem durchgesetzt.

«Meine Aufgabe ist es, in die Zukunft zu schauen!», sagt Pierrette Trichet. Denn neben der Assemblage kontrolliert sie auch die Qualität der Eaux de vie und muss die Vorstellungskraft und das Know-how haben, zu ermessen, was daraus in zwanzig Jahren wird. Denn ihr Nachfolger wird einmal auf ihre im Limousin-Eichenholz-Fass gelagerten Brände zurückgreifen, um auch dann noch erstklassigen Cognac hervorzubringen, wenn sie schon längst im Ruhestand ist. Madame Trichets feinem Gespür für den Geist des Weines jedenfalls hat es das noble Cognac-Haus mit dem weltbekannten Namen zu verdanken, dass die Absatzzahlen stimmen, die Cognacs Rémy Martin VSOP, Louis XIII oder Cœur de Cognac in aller Welt Fans haben und der einst verstaubt wirkende Digestif-Klassiker Aufwind verspürt.

Cognac-süchtige Chinesen. Dafür sorgen auch US-Rapper wie Snoop Dogg, P. Diddy oder Busta Rhymes, die Weinbrand aus Frankreich wieder gesellschaftsfähig machen und ihm ein sexy Image verleihen. Sie goutieren das aristokratische Nobel­getränk wie ein Ausrufezeichen: «Seht her, wir haben den sozialen Aufstieg geschafft!» – auch wenn sie den Edelbrand mit Coca-Cola mixen. Die Hip-Hop-Szene setzt ihn auf den Kult­sockel, sogar eine ­eigene Hymne («Pass the Courvoisier») wurde ihm verpasst. Cognac ist cool, ein In-Getränk, das wieder in aller Munde ist – ob als Abschluss eines grossartigen Dinners oder als hipper Drink zur heissen Party.

153 Millionen Flaschen fanden ihre Abnehmer 2010 in aller Welt, ein Umsatzplus von fast 30 Prozent gegenüber dem Wirtschaftskrisenjahr 2009. 2000 waren es bloss 116, 1960 nur 52 Millionen Flaschen gewesen. Zu der rasanten Absatzsteigerung haben die Asiaten – allen voran die Chinesen – mit 18 Millionen Flaschen erheblich beigetragen. Die feine Art des französischen Alkoholgenusses gilt als très chic im Land der aufgehenden Sonne. Auch Deutschland hat kräftig aufgeholt und orderte im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Flaschen aus der Region rund um den Fluss Charente. Grund genug für die 276 Handelshäuser des Cognacs, ihren Lagerbestand von ungefähr einer Milliarde Flaschen weiter anzufüllen. Dabei wird an der Kreation von «universellen Lieblingen» gearbeitet, die Engländern wie ­Indern, Chinesen wie Russen, Amerikanern wie Franzosen gleichermassen munden. Denn auch der Grande Nation muss der Cognac wieder schmackhaft gemacht werden. Längst hat schottischer Whisky den französischen Weinbrand an Attraktivität überstrahlt.

Ein allerweltskompatibler Cognac – das ist nicht die Sache von Annie Ragnaud-Sabourin. Wie sie in ihrer weissen Caprihose und dem blau-grün karierten Wollblouson zwischen den verwitterten Holzfässern und den von Spinnweben umgarnten Mauern ihres Weinkellers steht, könnte man meinen, die zierliche, elegante Frau mit dem knallroten Lippenstift sei in diesen dunklen, kühlen Räumen in Ambleville nur zu Besuch. Ein kleiner, überschaubarer Ort inmitten von Weinfeldern, mit von Efeu bewachsenen Höfen und Traktoren, die über die kleinen Dorfstrassen knattern. Aber die studierte Juristin kennt das ­Anwesen mit dem alten Herrenhaus und den angrenzenden Gebäuden, in denen ihr Schatz lagert, schon von Kindesbeinen an. Seit Generationen wird hier Cognac destilliert und werden ganz besondere Assemblages kreiert.

Das Cognac-Haus Ragnaud-Sabourin ist klein, aber fein: Nur 50 000 bis 60 000 Flaschen werden jährlich produziert. Das Familienunternehmen, das Madame nach dem Tod ihres Vaters Marcel Ragnaud und einer Karriere als Juraprofessorin in Paris übernahm, gilt als einer der besten Cognac-Hersteller im Département Charente-Maritime. Die 77-Jährige sagt nicht ohne Stolz: «Wir haben hier 33 Hektar eigene Weinfelder in der besten Lage, der Grande Champagne!» Das ist eher selten. Die meisten Cognac-Produzenten müssen den Wein bei einem oder mehreren der 5200 Winzer in der Region kaufen. Kurz vor der Lese testet Annie Ragnaud-Sabourin täglich den Zucker- und Säuregehalt der Trauben und entscheidet dann, wann geerntet wird. Sie muss nur zur Haustür hinaus, und schon steht sie zwischen den Reben. «Und wenn ich in den Keller gehe, finde ich einen wunderbaren Vorrat an sehr guten Cognacs, die noch von meinem Grossvater stammen!» Diese verwenden sie und ihr Kellermeister Pascal zur Assemblage mit den eigenen, in Alambics destillierten Bränden. Diese Behälter hatte noch der Grossvater ­angeschafft. Unter Kennern gelten Cognacs des Hauses Ra­gnaud-Sabourin als flüssige Meisterwerke. Wer in ihren Genuss kommt, schwelgt in Aromen: Aprikose, Feige, Zimt, Schokolade, Butter, Muskatnuss oder Kaffee. Die Welt des Cognacs kennt über 250 Aromen. Bei den feinen Bränden von Madame und ihrem Team gibt es ziemlich viele davon zu entdecken.

Cognac on the Rocks. Der «Engelsanteil» (la part des anges) hat die Mauern der stolzen Destillerien im Cognac schwarz gefärbt. Es handelt sich um einen Schimmelpilz, der sich vom Geist ernährt, der den mit Weinbrand gefüllten Fässern entweicht. Ein Schwund von jährlich zwanzig Millionen Flaschen, der so zu Buche schlägt. Jedes Jahr im September wird der Engelsanteil mit einem besonderen Event gefeiert. Ein pompöser Rahmen, in dem sich die Crème de la Crème der Cognac-Produzenten trifft. Sie bringt eine Auswahl ihrer wertvollsten Schätze mit – meist hochkarätige Weinbrände in edel designten Flaschen –, die für einen gemeinnützigen Zweck versteigert werden.

Auch Elodie Abécassis von ABK6 ist dabei. Die 26-Jährige ist eine der jüngsten Produzentinnen im Cognac. Ihre Familie ­besass in Südfrankreich eigene Weinfelder, die sie aber aufgeben musste. Ihrem Vater Francis Abécassis fiel der Verzicht schwer. Er kaufte deshalb vor elf Jahren 240 Hektar Rebflächen im Cognac-Gebiet in den besten Lagen: Grande Champagne, Petite Champagne und Fins Bois. Seitdem stellt er Cognac her und hievte seine zweitjüngste Tochter, Elodie, auf den CEO-Sessel seines Unternehmens.

Eine gute Wahl, denn die hübsche Französin mit den langen, dunkelbraunen Haaren, Absolventin der berühmten Business Schools HEC in Paris und Wharton in Boston, verkörpert die neue Cognac-Generation wie keine andere. Smart, quirlig und sehr eloquent repräsentiert sie souverän die drei Labels des Hauses. 25 Länder hat sie schon mit ihrem Charme im Handumdrehen erobert. Jetzt will sie noch die Twentysomethings ­gewinnen: Mit Ice Cognac by ABK6 kreierte sie jüngst einen Weinbrand, der auf Eis getrunken wird. Der ist ihr gleich aus den Händen gerissen worden. Ihre Zukunft sieht rosig aus. Wie die des neuen alten Kultgetränks Cognac.

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Madame Trichets Arbeitsplatz ist kein sinnlicher Ort: ein kleiner, schlichter Raum im Erdgeschoss, mit Tageslicht und Regalen voller Flaschen. In der Mitte des Zimmers ein Tresen mit Gläsern, Reagenzgläsern und -kolben, die mit goldener, brauner und bernsteinfarbener Flüssigkeit gefüllt sind. Seit 2003 steht die kleine, rundliche Frau mit dem Jungmädchen-Charme an diesem Platz und sorgt dafür, dass Cognac-Trinker in aller Welt glücklich werden.

Pierrette Trichet ist die «Nase» von Rémy Martin, einem der ganz grossen Player im Geschäft mit dem Genussstoff namens Cognac. Die Nummer zwei, knapp hinter Hennessy, was den Absatz des flüssigen Goldes weltweit anbelangt. In Frankreich steht das Haus mit dem prächtigen Stammsitz im westfranzösischen Cognac sogar an erster Stelle. In diesem schmucklosen Laborraum mixt die 59-Jährige verschiedene Weinbrände ­zusammen – aus verschiedenen Lagen und von unterschiedlichem Alter. Aus rund 600 Blends kann sie wählen. Jahrgangs-Cognacs gibt es so gut wie gar nicht. Es ist immer eine Komposition mehrerer Destillate, die mit Erfahrung, Präzision und viel Eingebung kreiert wird. Dafür muss man ein Händchen haben, oder besser: eine feine Nase. Die hat Pierrette Trichet und dazu viel Spass an dem subtilen Zusammenspiel der Aromen, die da zu einem grossartigen Gebilde zusammengesetzt werden, zur Assemblage oder Vermählung, wie man in Fachkreisen sagt.

Madame ist eine Künstlerin, auch wenn sie das mit ihrer ­bodenständigen Art weit von sich weisen würde. Sie nennt sich schlicht Maître de Chai und ist damit eine der ganz wenigen Kellermeisterinnen im Cognac. «Die Welt des Cognacs ist maskulin, und es gab nicht wenige, die überrascht waren, mich in dieser Position zu sehen!», erzählt die im dunkelblauen Blazer elegant gekleidete Dame mit tiefer Stimme. Sie hat sich trotzdem durchgesetzt.

«Meine Aufgabe ist es, in die Zukunft zu schauen!», sagt Pierrette Trichet. Denn neben der Assemblage kontrolliert sie auch die Qualität der Eaux de vie und muss die Vorstellungskraft und das Know-how haben, zu ermessen, was daraus in zwanzig Jahren wird. Denn ihr Nachfolger wird einmal auf ihre im Limousin-Eichenholz-Fass gelagerten Brände zurückgreifen, um auch dann noch erstklassigen Cognac hervorzubringen, wenn sie schon längst im Ruhestand ist. Madame Trichets feinem Gespür für den Geist des Weines jedenfalls hat es das noble Cognac-Haus mit dem weltbekannten Namen zu verdanken, dass die Absatzzahlen stimmen, die Cognacs Rémy Martin VSOP, Louis XIII oder Cœur de Cognac in aller Welt Fans haben und der einst verstaubt wirkende Digestif-Klassiker Aufwind verspürt.

Cognac-süchtige Chinesen. Dafür sorgen auch US-Rapper wie Snoop Dogg, P. Diddy oder Busta Rhymes, die Weinbrand aus Frankreich wieder gesellschaftsfähig machen und ihm ein sexy Image verleihen. Sie goutieren das aristokratische Nobel­getränk wie ein Ausrufezeichen: «Seht her, wir haben den sozialen Aufstieg geschafft!» – auch wenn sie den Edelbrand mit Coca-Cola mixen. Die Hip-Hop-Szene setzt ihn auf den Kult­sockel, sogar eine ­eigene Hymne («Pass the Courvoisier») wurde ihm verpasst. Cognac ist cool, ein In-Getränk, das wieder in aller Munde ist – ob als Abschluss eines grossartigen Dinners oder als hipper Drink zur heissen Party.

153 Millionen Flaschen fanden ihre Abnehmer 2010 in aller Welt, ein Umsatzplus von fast 30 Prozent gegenüber dem Wirtschaftskrisenjahr 2009. 2000 waren es bloss 116, 1960 nur 52 Millionen Flaschen gewesen. Zu der rasanten Absatzsteigerung haben die Asiaten – allen voran die Chinesen – mit 18 Millionen Flaschen erheblich beigetragen. Die feine Art des französischen Alkoholgenusses gilt als très chic im Land der aufgehenden Sonne. Auch Deutschland hat kräftig aufgeholt und orderte im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Flaschen aus der Region rund um den Fluss Charente. Grund genug für die 276 Handelshäuser des Cognacs, ihren Lagerbestand von ungefähr einer Milliarde Flaschen weiter anzufüllen. Dabei wird an der Kreation von «universellen Lieblingen» gearbeitet, die Engländern wie ­Indern, Chinesen wie Russen, Amerikanern wie Franzosen gleichermassen munden. Denn auch der Grande Nation muss der Cognac wieder schmackhaft gemacht werden. Längst hat schottischer Whisky den französischen Weinbrand an Attraktivität überstrahlt.

Ein allerweltskompatibler Cognac – das ist nicht die Sache von Annie Ragnaud-Sabourin. Wie sie in ihrer weissen Caprihose und dem blau-grün karierten Wollblouson zwischen den verwitterten Holzfässern und den von Spinnweben umgarnten Mauern ihres Weinkellers steht, könnte man meinen, die zierliche, elegante Frau mit dem knallroten Lippenstift sei in diesen dunklen, kühlen Räumen in Ambleville nur zu Besuch. Ein kleiner, überschaubarer Ort inmitten von Weinfeldern, mit von Efeu bewachsenen Höfen und Traktoren, die über die kleinen Dorfstrassen knattern. Aber die studierte Juristin kennt das ­Anwesen mit dem alten Herrenhaus und den angrenzenden Gebäuden, in denen ihr Schatz lagert, schon von Kindesbeinen an. Seit Generationen wird hier Cognac destilliert und werden ganz besondere Assemblages kreiert.

Das Cognac-Haus Ragnaud-Sabourin ist klein, aber fein: Nur 50 000 bis 60 000 Flaschen werden jährlich produziert. Das Familienunternehmen, das Madame nach dem Tod ihres Vaters Marcel Ragnaud und einer Karriere als Juraprofessorin in Paris übernahm, gilt als einer der besten Cognac-Hersteller im Département Charente-Maritime. Die 77-Jährige sagt nicht ohne Stolz: «Wir haben hier 33 Hektar eigene Weinfelder in der besten Lage, der Grande Champagne!» Das ist eher selten. Die meisten Cognac-Produzenten müssen den Wein bei einem oder mehreren der 5200 Winzer in der Region kaufen. Kurz vor der Lese testet Annie Ragnaud-Sabourin täglich den Zucker- und Säuregehalt der Trauben und entscheidet dann, wann geerntet wird. Sie muss nur zur Haustür hinaus, und schon steht sie zwischen den Reben. «Und wenn ich in den Keller gehe, finde ich einen wunderbaren Vorrat an sehr guten Cognacs, die noch von meinem Grossvater stammen!» Diese verwenden sie und ihr Kellermeister Pascal zur Assemblage mit den eigenen, in Alambics destillierten Bränden. Diese Behälter hatte noch der Grossvater ­angeschafft. Unter Kennern gelten Cognacs des Hauses Ra­gnaud-Sabourin als flüssige Meisterwerke. Wer in ihren Genuss kommt, schwelgt in Aromen: Aprikose, Feige, Zimt, Schokolade, Butter, Muskatnuss oder Kaffee. Die Welt des Cognacs kennt über 250 Aromen. Bei den feinen Bränden von Madame und ihrem Team gibt es ziemlich viele davon zu entdecken.

Cognac on the Rocks. Der «Engelsanteil» (la part des anges) hat die Mauern der stolzen Destillerien im Cognac schwarz gefärbt. Es handelt sich um einen Schimmelpilz, der sich vom Geist ernährt, der den mit Weinbrand gefüllten Fässern entweicht. Ein Schwund von jährlich zwanzig Millionen Flaschen, der so zu Buche schlägt. Jedes Jahr im September wird der Engelsanteil mit einem besonderen Event gefeiert. Ein pompöser Rahmen, in dem sich die Crème de la Crème der Cognac-Produzenten trifft. Sie bringt eine Auswahl ihrer wertvollsten Schätze mit – meist hochkarätige Weinbrände in edel designten Flaschen –, die für einen gemeinnützigen Zweck versteigert werden.

Auch Elodie Abécassis von ABK6 ist dabei. Die 26-Jährige ist eine der jüngsten Produzentinnen im Cognac. Ihre Familie ­besass in Südfrankreich eigene Weinfelder, die sie aber aufgeben musste. Ihrem Vater Francis Abécassis fiel der Verzicht schwer. Er kaufte deshalb vor elf Jahren 240 Hektar Rebflächen im Cognac-Gebiet in den besten Lagen: Grande Champagne, Petite Champagne und Fins Bois. Seitdem stellt er Cognac her und hievte seine zweitjüngste Tochter, Elodie, auf den CEO-Sessel seines Unternehmens.

Eine gute Wahl, denn die hübsche Französin mit den langen, dunkelbraunen Haaren, Absolventin der berühmten Business Schools HEC in Paris und Wharton in Boston, verkörpert die neue Cognac-Generation wie keine andere. Smart, quirlig und sehr eloquent repräsentiert sie souverän die drei Labels des Hauses. 25 Länder hat sie schon mit ihrem Charme im Handumdrehen erobert. Jetzt will sie noch die Twentysomethings ­gewinnen: Mit Ice Cognac by ABK6 kreierte sie jüngst einen Weinbrand, der auf Eis getrunken wird. Der ist ihr gleich aus den Händen gerissen worden. Ihre Zukunft sieht rosig aus. Wie die des neuen alten Kultgetränks Cognac.

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