BILANZ 21/09 | 20.11.2009 | Luxus
Mercedes E-Klasse T-Modell: Laster ohne Laster

Unaufgeregte Eleganz: Mercedes E-Klasse T-Modell.
An der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt gab sich der neue Kombi der E-Klasse von Mercedes, das T-Modell, mit einer Statistenrolle zufrieden. Während der SLS AMG mit seinem Muscle-Car-Format gleich nebenan lustvoll ins Rampenlicht drängte, machte das T-Modell auf business as usual. Nur keine Aufregung: In dezentem Blau zeigte sich der neue Express-Transporter aus Stuttgart von seiner besten Seite. Nämlich von hinten.
Das hat allerdings weniger mit der neuen Linienführung von Designchef Gorden Wagener zu tun – an die eckigen Lichter haben wir uns nicht nur gewöhnt, sondern haben sie gar lieb gewonnen – als vielmehr mit der Tatsache, dass hinten die eigentlichen Innovationen versteckt sind. «Versteckt» passt doppelt: Zum einen sieht man dem Auto die Innovationen von aussen nicht an, zum andern ist der Kofferraum des neuen T-Modells so gross, dass man auf der Rückfahrt aus der Toskana neben einer Fuhre Pasta und Salami eine ganze italienische Familie vor den Zöllnern verstecken könnte.
Automatische Notbremse. Ma certo, das ist übertrieben. Aber es passen doch 1950 Liter in den Kofferraum, wenn alle Sitze flach gelegt werden. Und das ist nicht etwa mit Arbeit verbunden, sondern passiert fast von alleine: Die Rückbank lässt sich mit dem kleinen Finger über einen Schalter am Heck umklappen, die Kofferraumklappe schwingt elektrisch nach oben, das Laderollo verhält sich synchron, und der doppelte Boden bietet Raum für verdeckte Werttransporte oder ein Plus an Ladehöhe. Ausserdem gibt es an der Hinterachse serienmässig eine Luftfederung mit Niveauausgleich und auf Wunsch ein variables System von verschiedenen Raumteilern und Befestigungshilfen. So versteckt sich unter der eleganten Linie des Kombis sehr viel Nützliches.
Praktisch ist auch, dass man eine dritte Sitzbank aus dem Kofferraumboden zaubern kann. Sie bietet zwar keinen First-Class-Komfort, für Economy reicht sie aber – vielleicht nicht bis nach Italien, doch bis zum Italiener allemal. Und auf dem Weg dorthin wird der Fahrer auf Wunsch von allen Assistenz- und Sicherheitssystemen unterstützt, die auch in der Limousine zur Verfügung stehen. Gegen Aufpreis ist sogar eine automatische Notbremse an Bord. Angetrieben wird der «Raumkreuzer der Sternenflotte» (O-Ton von Mercedes-Chef Dieter Zetsche) von den bekannten Aggregaten mit vier, sechs und acht Zylindern.
Fazit: Das T-Modell fährt sich so unaufgeregt wie auch der Rest der E-Klasse – nur mit mehr Platz und Kopffreiheit. Ein erfolgreiches Auto zu bauen, ist offenbar gar nicht so schwierig.
www.mercedes-benz.de/t-modell
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