BILANZ 03/10 | 12.02.2010 | Invest

Immobilien: Einmalige Chance

Die Zeiten stehen gut für Immobilienbesitzer. Die Nullzinspolitik der Schweizerischen Nationalbank und der Preiskampf der Hypothekenanbieter halten die Hypozinsen auf historisch tiefem Niveau.

Text: Susanne Kapfinger

Nationalbankpräsident Phi­lipp Hildebrand hält die ­Zinsen tief, um die schwache Schweizer Konjunktur zu stützen. Diese Zinspolitik bietet Haus- und Wohnungseigentümern nun schon seit einem Jahr ideale Finanzierungsmöglichkeiten. Mit Ausnahme der variablen Hypotheken orientieren sich nämlich die Preise für Hypothekarmodelle an den Geld- und Kapitalmarktzinsen.

Die Hypothekarzinsen bewegen sich somit weiterhin auf aussergewöhnlich tiefem Niveau. Für Festhypotheken mit einer Laufzeit von fünf Jahren betrug der durchschnittliche Zinssatz im Schlussquartal 2009 lediglich 2,6 Prozent. Wie aus dem Hypothekenbarometer des Vergleichsdienstes Comparis.ch hervorgeht, wurden Fest­hypotheken mit einer Laufzeit von zehn Jahren sogar leicht günstiger. Ihr durchschnittlicher Zinssatz sank um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent. Praktisch unverändert blieben aber auch die Zinsen von Festhypotheken mit anderen Laufzeiten.

«Bei den derzeit tiefen Zinsen ist es richtig, dass die Hypothekarnehmer feste Zinsen und lange Laufzeiten favorisieren», meint Martin Scherrer, Bankexperte bei Comparis.ch. Das Verhalten der Hypothekarschuldner in Bezug auf die Laufzeit der Festhypotheken ist allerdings widersprüchlich. Denn obwohl sich das Zinsniveau auf einem historischen Tief befindet, hat die Nachfrage nach Finanzierungsprodukten mit Laufzeiten zwischen sieben und zehn Jahren zugunsten von kürzeren Laufzeiten ein wenig nachgelassen.

Lorenz Heim, Leiter HypothekenZentrum Zürich, sieht das Ende der rekord­tiefen Zinsen im zweiten Semester 2010 kommen. «Mit einem dramatischen Anstieg ist hingegen nicht zu rechnen, weshalb Geldmarkt­hypotheken weiterhin mit gut einem Drittel der Gesamt­finanzierung in eine ausgewo­gene Hypothekarstrategie gehören», so Heim. «Generell kann mit der Wahl der richtigen Hypo­thekarstrategie deutlich mehr Geld gespart werden als mit dem blossen Vergleichen von Offerten.»

Hauskäufer profitieren zudem vom hart geführten Preis­kampf im Hypothekenmarkt. Es machen gar Gerüchte über Dumpingpreise die Runde. So unterbot im Kampf um Anteile im Hypothekenmarkt offenbar die UBS schon die von ihr selbst publizierten Sätze. «Wir beobachten, dass die UBS die Hypotheken teilweise deutlich unter den risikogerechten Sätzen anbietet», sagt Lorenz Heim.

 

 

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