iPad Mini: Apple legt auf dem Tablet-Markt nach

Apple hat das iPad mini vorgestellt und auch das grosse Modell des Tablets überarbeitet. Damit bringt sich der Marktführer gegen die aufstrebenden Konkurrenten Google, Amazon und Microsoft in Stellung.

23.10.2012

Apple will mit einem kleinen Bruder für sein iPad die Dominanz im Tablet-Markt gegen neue Konkurrenz verteidigen: Das iPad mini bekommt einen Bildschirm mit einer Diagonale von 7,9 Zoll (rund 20 cm), wie Apple-Marketingchef Phil Schiller im kalifornischen San Jose erklärte. (Lesen Sie die Highlights der Präsentation hier in unserem  Minutenprotokoll nach.)

Zugleich präsentierte der Konzern überraschend schon nach einem halben Jahr die vierte Generation seines grossen iPad. Es soll nun LTE-Netze in mehr Ländern unterstützen und hat zudem einen schnelleren Chip.

Das iPad mini ist extrem dünn, aber etwas grösser als die 7-Zoll-Tablets der Wettbewerber im Taschenformat. Die Auflösung liegt bei 1024 mal 768 Pixeln. Der Verkauf geht am 2. November los. Der Preis ab 329 Dollar in den USA lässt aber noch Raum für Geräte der Konkurrenten, die zum Teil weniger als 200 Dollar kosten.

Apple überliess das Marktsegment kleinerer Tablet-Computer bisher komplett der Konkurrenz - alle bisherigen iPad-Generationen hatten einen 9,7 Zoll grossen Bildschirm (24,6 cm).

Tablet-Markt in Bewegung

Damit fuhr Apple gut: Der Marktanteil wird auf 60 bis 70 Prozent geschätzt, Apple knackte vor zwei Wochen die Marke von 100 Millionen verkauften iPads, wie Konzernchef Tim Cook am Dienstag erklärte. Allerdings sorgten Amazon mit seinem Kindle Fire und Google mit einem Nexus-Tablet für Aufsehen in der 7-Zoll-Klasse.

Zudem kommt in den Tablet-Markt derzeit in allen Grössen Bewegung: Unter anderem kommen demnächst zum Start des Betriebssystems Windows 8 die Surface-Tablets von Microsoft auf den Markt. Von Google wird ein grosses Nexus-Tablet erwartet, auch andere Tablets mit Android-Software stehen in den Startlöchern.

Das alles setzt den Branchenprimus Apple unter Druck. Die Marktforschungsfirma Gartner rechnet damit, dass der iPad-Marktanteil im kommenden Jahr auf 44 Prozent sinken könnte. Als Gewinner sehen die Experten dabei vor allem Windows, das in ihrer Rechnung von 3 auf 13 Prozent vorrücken kann.

Android inklusive des Kindle Fire, das mit einer abgezweigten Version des Google-Systems läuft, bleibt demnach bei 40 Prozent. Mit der Erneuerung der iPad-Reihe vor dem Weihnachtsgeschäft hofft Apple, den Vormarsch der Konkurrent aufzuhalten.

Laptop mit «Retina-Display»

Zugleich erneuerte Apple wenige Tage vor dem Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 seine Mac-Computer. Der Desktop-Rechner iMac wurde extrem verschlankt und hat kein CD-Laufwerk mehr. Ein weiteres Modell der Macbook-Laptops bekam einen Bildschirm mit besonders hoher Auflösung.

Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll (33,8 cm) hat über vier Millionen Pixel. Mit 2560 mal 1600 Bildpunkten ist die Auflösung damit deutlich höher als bei einem HD-Fernseher.

Apple spricht von einem «Retina-Display», weil das menschliche Auge auf diesen Bildschirmen auf übliche Entfernung keine einzelnen Pixel mehr erkennen könne. Das neue Retina-Macbook kostet in den USA ab 1699 Dollar und damit 500 Dollar weniger als das 15-Zoll-Modell mit ähnlicher Pixel-Dichte.

Aufgefrischt wurde auch der günstigste Apple-Computer, der Mac mini. Eine markante Innovation ist «Fusion Drive», eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher grosser Festplatte, die Inhalte intelligent zwischen den beiden Medien verteilt und nach aussen hin wie ein Laufwerk erscheint.

(tno/sda)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Apple will mit einem kleinen Bruder für sein iPad die Dominanz im Tablet-Markt gegen neue Konkurrenz verteidigen: Das iPad mini bekommt einen Bildschirm mit einer Diagonale von 7,9 Zoll (rund 20 cm), wie Apple-Marketingchef Phil Schiller im kalifornischen San Jose erklärte. (Lesen Sie die Highlights der Präsentation hier in unserem  Minutenprotokoll nach.)

Zugleich präsentierte der Konzern überraschend schon nach einem halben Jahr die vierte Generation seines grossen iPad. Es soll nun LTE-Netze in mehr Ländern unterstützen und hat zudem einen schnelleren Chip.

Das iPad mini ist extrem dünn, aber etwas grösser als die 7-Zoll-Tablets der Wettbewerber im Taschenformat. Die Auflösung liegt bei 1024 mal 768 Pixeln. Der Verkauf geht am 2. November los. Der Preis ab 329 Dollar in den USA lässt aber noch Raum für Geräte der Konkurrenten, die zum Teil weniger als 200 Dollar kosten.

Apple überliess das Marktsegment kleinerer Tablet-Computer bisher komplett der Konkurrenz - alle bisherigen iPad-Generationen hatten einen 9,7 Zoll grossen Bildschirm (24,6 cm).

Tablet-Markt in Bewegung

Damit fuhr Apple gut: Der Marktanteil wird auf 60 bis 70 Prozent geschätzt, Apple knackte vor zwei Wochen die Marke von 100 Millionen verkauften iPads, wie Konzernchef Tim Cook am Dienstag erklärte. Allerdings sorgten Amazon mit seinem Kindle Fire und Google mit einem Nexus-Tablet für Aufsehen in der 7-Zoll-Klasse.

Zudem kommt in den Tablet-Markt derzeit in allen Grössen Bewegung: Unter anderem kommen demnächst zum Start des Betriebssystems Windows 8 die Surface-Tablets von Microsoft auf den Markt. Von Google wird ein grosses Nexus-Tablet erwartet, auch andere Tablets mit Android-Software stehen in den Startlöchern.

Das alles setzt den Branchenprimus Apple unter Druck. Die Marktforschungsfirma Gartner rechnet damit, dass der iPad-Marktanteil im kommenden Jahr auf 44 Prozent sinken könnte. Als Gewinner sehen die Experten dabei vor allem Windows, das in ihrer Rechnung von 3 auf 13 Prozent vorrücken kann.

Android inklusive des Kindle Fire, das mit einer abgezweigten Version des Google-Systems läuft, bleibt demnach bei 40 Prozent. Mit der Erneuerung der iPad-Reihe vor dem Weihnachtsgeschäft hofft Apple, den Vormarsch der Konkurrent aufzuhalten.

Laptop mit «Retina-Display»

Zugleich erneuerte Apple wenige Tage vor dem Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 seine Mac-Computer. Der Desktop-Rechner iMac wurde extrem verschlankt und hat kein CD-Laufwerk mehr. Ein weiteres Modell der Macbook-Laptops bekam einen Bildschirm mit besonders hoher Auflösung.

Das Gerät mit einer Bildschirmdiagonale von 13,3 Zoll (33,8 cm) hat über vier Millionen Pixel. Mit 2560 mal 1600 Bildpunkten ist die Auflösung damit deutlich höher als bei einem HD-Fernseher.

Apple spricht von einem «Retina-Display», weil das menschliche Auge auf diesen Bildschirmen auf übliche Entfernung keine einzelnen Pixel mehr erkennen könne. Das neue Retina-Macbook kostet in den USA ab 1699 Dollar und damit 500 Dollar weniger als das 15-Zoll-Modell mit ähnlicher Pixel-Dichte.

Aufgefrischt wurde auch der günstigste Apple-Computer, der Mac mini. Eine markante Innovation ist «Fusion Drive», eine Kombination aus schnellem Flash-Speicher und herkömmlicher grosser Festplatte, die Inhalte intelligent zwischen den beiden Medien verteilt und nach aussen hin wie ein Laufwerk erscheint.

(tno/sda)

Meistgelesen

Russische Milliardäre verzweifeln an Putin
Sanktionen

Nach dem Abschuss der Malaysia Airline geht bei den russischen Milliardären die Angst um: In der Wirtschaftselite herrscht Panik, Investoren ziehen ihr Geld ab. Die Angst scheint begründet. Mehr...

VonGabriel Knupfer
BMW X4: Braver Bad Boy
Fahrtest

BMW entdeckt mit dem X4 ein neues Erfolgsrezept: den freundlicheren Offroader. Mehr...

Daimler: «Langweilig, aber gut»
Gewinn

Daimler pirscht sich mit zahlreich neuen Modellen langsam an die Erzrivalen BMW und Audi heran - mit einer Modelloffensive, die bei der Konkurrenz gerade erst begonnen hat. Mehr...

Ferienimmobilien

In Thailand lahmt der Immobilienmarkt mit den Westlern: Die Krise hat viele ausländische Investoren zurück geschreckt, dennoch sinken die Preise für Ferienimmobilien an den beliebten Badeorten nicht. Mehr...

VonFrederic Spohr
Schweiz

Verspottet als Wasserköpfe und Bullshit Castles. Bedroht durch Smartphone und Home Office. Trotzdem stehen sie stärker da als je zuvor: Firmenhauptsitze werden zur gebauten Corporate Identity. Mehr...

VonKöbi Gantenbein* und Andreas Güntert
Kaffeeröstereien: Boom der Bohnen
Schweiz

Kaffee mit Herkunft, Geschichte und seltenen Aromen abseits der Massenware ist en vogue. Das befeuert die Szene der Mikro-Kaffeeröstereien. Auf Feldforschung im Röster-Reich Schweiz. Mehr...

VonAndreas Güntert und Karin Kofler
Europa als eine grosse Schweiz
Vergleich

Hoher Lebensstandard, ein integriertes Finanzsystem, Bankgeheimnis - Europa kann vieles von der Schweiz lernen, zumindest wenn es nach dem renommierten Wirtschaftsmagazin «The Economist» geht. Mehr...

VonMathias Ohanian


Die aktuelle BILANZ

Aktuelle Ausgabe

Jörg Reinhardt: «Spielraum mehr zu verändern» Lesen

Grosse Ziele für den neuen Pilatus-Business-Jet. Lesen

Elektromobilität: Mehr Power für Thömu. Lesen

Lombardi: «Demokratie vor Missbrauch schützen» Lesen

Gurlitt-Erbe: Bund soll sich an Kosten beteiligen. Lesen

Ex-UBS-Chefökonom gründet neue Firma. Lesen

 

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.
Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen